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Hope

Weibchen

geschl.  2009/ Einzug: 26. Mai 2019

 

Farbschlag: AGG (1 F), grau, opalin

 

Erklärung des Farbschlags: Hope ist grau, ihr Gesicht ist gelb. Im unteren Teil ihres Gesichtes hat sie jeweils drei dunkle Kehltupfen auf jeder Seite. Ihre Wangenflecken sind blau. Ihre Körperunterseite, sowie ihre Bürzelgegend ist grau. Australisches Gelbgesicht (AGG) erkennt man an der intensiveren gelben Farbe des Kopfes. Das 1 F bedeutet einfaktorig und drückt aus, dass der Wellensittich weniger kräftig gefärbt ist, als ein zweifaktoriger (2 F). Das Gelb des Kopfes läuft auch bis zur Brust und man findet auch einzelne Sprengel/ Flecken über den Unterbauch verteilt.

 

Auf dem Hinterkopf, Rücken und den Flügeln findet man wie bei den Normalvögeln die schwarzgelbe Wellenzeichnung. Auf ihrem Kopf befindet sich ein gelber Fleck (Grundfarbe). Mit Opalin ist die V-förmig fehlende Zeichnung zwischen Schultern und Flügeln gemeint. Typisch für Opaline ist eine Aufhellung am äußeren Flügelbereich unten

Tja, es ist wieder einmal passiert! Eigentlich habe ich Aufnahmestopp, da ich die Wellensittichhaltung nach und nach in den nächsten Jahren beenden will, weil mich die vielen unterschiedlichsten Krankheiten dieser wundervollen Vögel frustrieren und mir die Abschiede sehr weh tun.

 

Doch wieder einmal ist etwas Überraschendes passiert und ich konnte einfach nicht anders: In letzter Zeit sind 3 Wellensittiche verstorben und die 5 Hinterbliebenen langweilten sich. Es gibt hier ein Pärchen - es sind Gandalf und Lotte - und 3 männliche, 10jährige Wellensittiche. Die Frage war.... soll ich sie abgeben... sollen sie sich langweilen... oder hole ich noch weibliche, ältere Verstärkung ins Haus? Ich habe gehandelt und nun gibt es hier dieses liebe, etwas ängstliche 10jährige Weibchen, welches noch einmal von vorne anfangen muß. Die Umgebung ist eine völlig Neue und auch die Welligesellschaft will erkundet werden.

 

Ich holte sie von einem Züchter, welcher einige ältere Wellensittichdamen in einem Separée einer Außenvoliere hielt. Diese Weibchen waren "ausgemustert" und wurden nicht mehr zur Weiterzucht eingesetzt. Sie hatten in der Voliere zwar eine Abdeckung vor Regen, Schnee, Sturm, Sonne, aber keinen Schutzraum für den Winter. Irgendwie erschien mir alles auch ziemlich dunkel. Als sehr traurig empfand ich, dass beide Wellensittiche keinen Namen hatten. In all den Jahren, die sie schon auf der Welt sind. Sie habe ich Hope getauft, denn ich hoffe für sie, dass sie sich hier hoffentlich sicher fühlen wird und schnell eingewöhnen. Bin sehr gespannt darauf, was passiert.

 

Hope ist schon 10 Jahre alt und sieht etwas gebeutelt aus.. hat Spreizbeinchen, wie ich es schon von Wellensittichen kenne, welche zu häufig gebrütet hatten. Auffällig ist, dass ein Nasenloch verletzt wurde, welches vielleicht von einem Hennenkampf rühren könnte. Bei ihrem Einzug hier habe ich ihr ein Tröpfchen gegen Milben in den Nacken geträufelt, um vorzubeugen, dass sich meine Kostbarkeiten anstecken könnten und natürlich, um sie zu unterstützen. In 4 Wochen werde ich es wiederholen müssen.

 

Jetzt freue ich mich erst einmal, dass sie hier angekommen ist und sich hoffentlich nach einer Eingewöhnungszeit, wohlfühlen wird. Sie hat eine neue Chance verdient und wird mit Sicherheit den einen oder anderen meiner Kostbarkeiten "verrückt" machen. Bin mal gespannt!

28. Mai 2019 - Gestern war ich mit Hope beim vogelkundigen Tierarzt, um den Gesundheitscheck zu machen. Sie saß dicht an dicht mit Frieda.

 

Beide scheinen sich gut zu verstehen, kraulen sich gegenseitig und helfen sich bei der Federpflege. Wahrscheinlich schweißt die "Not" sie zusammen. Sie wissen ja nicht, was mit ihnen noch so alles passiert und kannten das alles sicherlich nicht.  Es ist herzergreifend, wenn sie ihre Köpfe im wahrsten Sinne des Wortes zusammenstecken. Dann wirken sie wie Agaporniden in ihrem Verhalten.

 

Auch bei der Tierärztin saßen sie dicht nebeneinander und gaben sich Halt. Hope hat eine Verletzung an der Wachshaut und diese scheint eine Kampfverletzung unter Hennen gewesen zu sein, so die Meinung der Ärztin. Es ist nicht vom Milbenbefall. Dieser sieht nicht so schlimm aus und es war richtig, dass ich ihr schon gleich am ersten Tag einen Spot-On-Tropfen eines Milbenmittels in den Nacken gegeben habe. In 4 Wochen soll ich es wiederholen. Sie salbte die Augengegend mit der Augensalbe Gentamicin-POS ein, damit die Milbengänge verstopft werden. Um die Augen herum sind bei Hope kaum Federn zu sehen und es ist leicht gerötet von Reiberei an Ästen oder Ähnlichem. Der Kot wurde untersucht und ist schimmelpilzfrei. Leider hatte Hope den ganzen Tag noch nichts gegessen und getrunken und dadurch natürlich nicht viel ausgeschieden. Am Freitag werde ich aus diesem Grund nochmals mit einer Sammelkotprobe zu ihr fahren und dann erfahren, ob evtl. Megabakterien vorhanden sind.

 

Danach erst werde ich sie aus dem Käfig befreien und sie darf endlich alles Neue erkunden.

 

Die beiden sind unglaublich und hängen nur und fast ausschließlich zusammen. Sicherlich suchen sie Schutz und die Nähe der Anderen tut ihnen gut. Außerdem hilft der andere Vogel beim Entspelzen der nachwachsenden Federn. Aber welches Glück sie hatten..

 

Als sie vor 2 Tagen aus dieser dunklen Voliere herausgekeschert wurden, war es ein Zufall, dass ich gerade diese beiden weiblichen Wellensittiche mitnahm. Ich wollte die Ältesten aus dieser Voliere für meine Kostbarkeiten und bekam sie wohl auch. Diese Harmonie zwischen zwei weiblichen Wellensittichen jedoch hätte ich nie erwartet.

 

Nun bin ich gespannt, ob sie sich überhaupt für meine männlichen Wellensittiche Gandalf, Sam oder Picasso interessieren... Vielleicht sind sie ja auch die Männerwelt leid bei allem, was sie so mitgemacht haben in der Vergangenheit?

01. Juni 2019 - Gestern habe ich nun eine Sammelkotprobe der beiden bei meiner vogelkundigen Tierärztin vorbeigebracht und sie wurde untersucht. Bange Minuten des Wartens begannen, denn ich hoffte sehr, dass nichts im Kot zu finden sein würde. Die beiden sollten endlich zu Hause ankommen und nicht weiterhin im Käfig hocken müssen, evtl von mir täglich medikamentös versorgt werden und dann erst irgendwann zu meinen Kostbarkeiten entlassen werden. Die erlösenden Worte kamen tatsächlich: "Ich kann nichts finden! Sie dürfen zu Ihren anderen Wellensittichen gesetzt werden!!" War das eine Freude!

 

Frieda und Hope wußten natürlich nicht, was nun geschehen würde. Sie waren verängstigt und warteten im Käfig. In der Voliere stellte ich dann den Käfig zu meinen Kostbarkeiten, die zunächst einmal gar nicht begeistert waren, als ich die Käfigtüre öffnete. Doch da mussten sie durch. Hope war nicht ganz so mutig wie Frieda. Sie wartete erst einmal ab und ließ Frieda die neue Umgebung testen. Erst dann war Hope bereit, aus dem engen Käfig zu fliegen und einen unbekannten Ast anzusteuern. Auch Hope ist eine wirklich gute Fliegerin und ich habe den Eindruck, dass sie viel Energie hat, trotz ihres höheren Alters. Sie erinnert mich sehr an die Ende letzten Jahres verstorbene, liebe 10jährige Sky und ich freue mich sehr darüber, dass sie nun hier ihren Einzug hält und ich sie näher kennen lernen kann.

 

Wenn sie etwas will, setzt sie es einfach um. Da gibt es kein langes Fackeln und die hier schon lange ansässigen Kostbarkeiten staunen. Durch die Salbe, die ich ihr auf die Augen und die Haut darum schmieren sollte, lt. Tierärztin, sieht Hope noch etwas lädiert aus, doch bald wird sie, da bin ich sicher, eine kleine Schönheit sein. Ich freue mich schon darauf, wenn sie anfängt - wie ihre Leidensgenossin Frieda - zu quatschen. Dann ist sie wirklich angekommen.

07. Juni 2019 - Hope gibt sich hier eindeutig zurückhaltender, als die zur gleichen Zeit hier hergeholte Frieda. Sie ist ja auch die Ältere und hat sicherlich mehr mitgemacht, als Frieda. Sie wirkt noch sehr beobachtend und schaut sich ganz bewußt und langsam alles an. Mit ihrer Fußfehlstellung kann sie sich auch nicht so behende auf den Ästen bewegen wie Frieda es kann. Beim Landen wirkt sie dadurch unsicherer und rutscht auch manches Mal etwas ab; allerdings fängt sie sich dann sofort wieder.

 

Sie trägt einen Fußring, der eigentlich das Alter anzeigt, welches darauf abgelesen werden kann. Ihr Fußring, welcher goldfarben ist, hat aber eine andere Bedeutung. Es steht nichts darauf und ist auch kein geschlossener, sondern ein offener Ring. Er wurde also nicht im Kükenalter angebracht, sondern später, um sie als Henne zu markieren, die einen für den Züchter besonderen Farbschlag anzeigen sollte oder aus anderen Gründen. Schade, ich hoffte, darüber ihr genaues Schlüpfdatum zu erfahren.

 

Auch sie hat übrigens kräftig mit der Mauser zu tun, doch die Federn wachsen nach und man sieht noch viele Spelzen, welche, wenn sie dann aufgehen, auch ihren Kopf voller wirken lassen werden. Für ihr höheres Alter kann sie sehr gut fliegen und ist geschickt im Verteidigen vom Futter. Das hat sie sicherlich dort gelernt, wo sie herkommt. Sie mußte sich immer zwischen den vielen Wellensittichen des Züchters verteidigen und hat gelernt, sich durchzusetzen. Meine älteren Herren hier staunen nicht schlecht und sogar die allumworbene Lotte mußte bei ihr schon klein beigeben und zog den Kürzeren. Hope ist ein kleiner, sogenannter Hansi-Bubi und wirkt ziemlich zierlich gegenüber meinen anderen Wellensittichen, welche vorwiegend Halbstandards sind.

 

Die unten gezeigten Bilder spiegeln etwas ihr momentanes Verhalten wider. Aber auch sie wird sich hier noch mehr öffnen. Der eine Wellensittich braucht halt etwas mehr Zeit, als der andere....