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Hormonstörung?

17. Oktober 2015 - Soeben besuchte ich meine Kostbarkeiten, um sie mit Hühnerhirse zu verwöhnen. Ich freue mich immer, wenn sie mich anfliegen, um die leckere Hirse zu schnabulieren. Emily landete sogar auf meinen Haaren und sortierte dort. Mit ausgestreckten Händen stand ich da und auch mein Nymphi kam munter angeflogen, um sich seine Portion abzuholen. Dabei bekam ich einen Schrecken, denn ich bemerkte zum ersten Mal bei ihm eine Veränderung seiner sonst immer kräftig blauen Wachshaut. Sie sieht in der Mitte bräunlich aus. Mein lieber, immer gesunder, fitter männlicher Nymphi ist erkrankt!! Ich kann es nicht fassen.

 

Ich habe schon häufig gelesen, dass Wellensittich-Männchen an einem Hodentumor erkranken können und sich dieser genau so äußert wie ich es nun bei Nymphi erlebe. Eventuell liegt bei ihm "nur" eine Hormonstörung vor. Der Hormonhaushalt verändert sich und damit auch die Färbung der Wachshaut. Zur Behandlung weiß ich, dass manche Tierärzte Hormonspritzen verabreichen, welche für eine kurze Weile eine Linderung herbeiführen können, jedoch wirken sich diese Spritzen wiederum negativ auf einige Organe aus. Außerdem gibt es Implantate, welche dem Männchen in den Körper eingesetzt werden, jedoch muss es dafür narkotisiert werden und so mancher Wellensittich hat die Narkose nicht überlebt.

 

Seine Wachshaut verändert sich immer wieder in kräftiges Blau und dann wieder ins Braune. Ich vergleiche diese Hormonstörung oder Hormonveränderung mit uns Menschen, wenn wir älter werden und in die Wechseljahre kommen. Auch unser Hormonstatus verändert sich und wir starten in einen neuen Lebensabschnitt. Der eine Mensch merkt es kaum, der andere jedoch richtig heftig. So sehe ich es auch bei den Wellensittichen.... Natürlich kann ich damit falsch liegen, aber Nymphi hatte dann die eventuell letzten Wochen oder eventuell noch Monate, bestenfalls Jahre draußen in seiner Voliere, wo er sich wirklich wohl fühlt, noch eine ungestörte und hoffentlich glückliche Zeit mit seiner Partnerin und seinen Freunden ohne ständig Herausgefangen, operiert oder gespritzt zu werden.... und nach kurzer Zeit wird alles wiederholt und nochmals wiederholt. Ich wünsche ihm einfach noch eine friedliche Zeit.

 

Wenn ich allerdings merken sollte, dass er Schmerzen bekommt, sein Beinchen anzieht, die Äuglein zusammenkneift, werde ich mit ihm zum vk Tierarzt fahren und um Unterstützung bitten in Form von Schmerzmitteln. Operieren lassen werde ich ihn nicht. Ich hoffe, der Tag ist noch lange nicht in Sicht.

 

Was ist nun zu tun? Zunächst einmal werde ich gar nichts tun, da Nymphi sehr aktiv ist, gut futtert, völlig normalen Kot absetzt, lebhaft und aktiv fliegt, weiterhin ein ausgeglichenes Wesen hat und immer noch Interesse an Lilly hat und dieses auch aktiv zeigt.

Die Bilder ergänze ich immer wieder, um den Ist-Zustand zu dokumentieren. (aktuellstes Foto vom 17.08.17)

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14. August 2016 - Der liebe, mittlerweile 8jährige Nymphi ist weiterhin aktiv unterwegs und zeigt keine Anzeichen von Schmerzen oder Ähnlichem.

 

Mitte Oktober letzten Jahres hatte sich seine Wachshaut von einer kräftigen blauen Farbe in eine bräunliche, fast weiblich wirkende Wachshaut verändert. Es stand die Überlegung an, mit ihm zum vogelkundigen Tierarzt zu gehen und eventuell Maßnahmen zu ergreifen, die seine Hormone wieder in die richtige Richtung bringen. Vielleicht durch Hormonspritzen, die natürlich wiederum negative Auswirkungen gehabt hätten auf seine anderen Organe oder ein Hormonimplantat, welches ihm unter die Haut gepflanzt worden wäre, um dort hoffentlich positiv zu wirken.

 

Ich hätte ihn röntgen lassen können, um feststellen zu lassen, ob es sich bei dieser Veränderung um einen Gonadentumor handeln könnte.... doch ich hatte mich dagegen entschieden. Der Gedanke an eine mögliche Operation stand auch im Raum, doch die Risiken bei der Narkose sind einerseits relativ hoch und bei einem älteren noch viel mehr. Ich wollte den kleinen Kerl, der lieber zurückgezogen im Hintergrund lebt im Gegensatz zu anderen Wellensittichen, welche eher mutig und fordernd sind und welcher ganz offensichtlich sehr munter unterwegs war, nicht aus seiner gewohnten Umgebung nehmen, nur um für mich eine Gewissheit zu haben. Nun denke ich, dass ich für ihn richtig handelte.

 

Auch wenn natürlich die Wachshaut nicht mehr so strahlend blau ist wie früher, so stört es ihn wohl nicht und auch Lilly findet ihn weiterhin attraktiv. (Update 19.02.17: Mittlerweile wechselte Lilly zum Leidwesen von Nymphi zu einem anderen Partner, welcher offensiver um sie warb. Nymphi ist viel zu zurückhaltend!)

 

Oben werde ich weiterhin immer wieder aktuelle Bilder über seinen Ist-Zustand einfügen.

18. August 2017 - Nymphi wirkt in seinem Verhalten immer noch gesund und munter, obwohl sich vor mittlerweile zwei Jahren seine intensiv blaue Wachshaut immer mehr veränderte. Sie verlor die blaue Farbe und schrumpelte immer mehr. Es wird eine Hormonstörung vorliegen; ich habe dieses nicht tierärztlich abklären lassen aus besagten Gründen, die ich weiter oben niedergeschrieben habe. Es hätte sich für Nymphi immer nur für kurze Zeit etwas geändert und dann hätte wieder ein Eingriff stattfinden müssen. Er ist ein sehr sensibler Wellensittich, welcher sehr zurückhaltend, abwartend, beobachtend ist und mir gegenüber sehr zutraulich.

 

Meine Entscheidung in den 2 Jahren ihn einfach leben zu lassen ohne ständiges Eingekeschert werden und wieder und wieder zu behandeln hat mir gezeigt, dass es für ihn in seiner Situation richtig war. Natürlich werde ich mit ihm zum vk Tierarzt gehen, sollte er Schmerzen bekommen oder müde und schlaff wirken. doch solange er munter unterwegs ist, erspare ich ihm diesen Weg.

 

Vor einiger Zeit war ich bei einer Freundin, welche auch Wellensittichliebhaberin ist und genau wie ich einen Wellensittich hat, bei dem sich die Wachshaut veränderte. Sie gibt ihm auf Empfehlung einer Tierklinik das pflanzliche Ergänzungsfuttermitel Nephrostat, welches der Unterstützung der Nierenfunktion dient und hat sehr guten Erfolg damit, denn ihr Hahn hat wieder eine blaue Wachshaut. Sie füllte mir ein kleines Fläschchen ab und ich gebe nun seit ungefähr 2 Wochen die empfohlene Menge ins tägliche Trinkwasser. Es schadet den anderen Wellensittichen nicht, da es unterstützend wirkt.

 

Besonders interessant finde ich bei der Nennung der Zusatzstoffe des Ergänzungsfuttermittels Nephrostat die Tatsache, daß Berberitze mit dem Alkaloid Berberin enthalten ist. Dieses tötet Krankheitserreger ab und regt die Nierentätigkeit an. Interessant finde ich es deshalb, da mein mittlerweile 7jähriges Weibchen Emily von meiner vogelkundigen Tierärztin ein homöopathisch wirkendes Mittel namens Berberis D 4 (Berberitze/ Sauerdorn  - Berberin hat antiseptische und anti-kanzerogene Eigenschaften) für die Niere verschrieben bekam, welches auch über das Trinkwasser gegeben werden sollte. Es unterstützte Emily damals hervorragend bei ihrer Gesundung.

 

Ich habe den Eindruck, dass das bläunliche, verschrumpelte etwas abblättert und darunter die blaue Wachshaut wieder zum Vorschein kommt. Sollte es ein Erfolg des pflanzlichen Medikamentes sein? Allerdings muss ich meine Freude etwas mäßigen, da er in den zwei vergangenen Jahren immer wieder Phasen hatte, wo ich den Eindruck gewann, dass er wieder zur normalen Färbung zurückkommt (siehe Bilderreihe etwas weiter oben). Mal Abwarten, was die Zeit bringt!

Zum Vergrößern bitte Anklicken!