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Sam

Sam mit 3 Monaten
Sam mit 3 Monaten

Männchen

geschl. August 2009

 

Farbschlag: Hellflügel, EGG 2, dunkelblau, spangle, zimt

 

 

Erklärung seines Farbschlag: Als Hellflügel bezeichnet man Wellensittiche mit hellen Flügeln und wenig Wellenzeichnung. Die Bezeichnung Europäisches Gelbgesicht (EGG 2) erkennt man daran, dass der ganze Körper von kleinen, gelben Federn überhaucht ist. Dadurch wirkt das bei Sam ehemals dunkelblaue Gefieder bei jeder Mauser immer türkiser  je nach Lichteinfall. Als Spangle bezeichnet man die umgekehrte Zeichnung jeder Feder, d. h. jede Feder hat einen hellen Abschluß neben einem dunklen Saum. Bei Sam ist der helle Abschluß hellbräunlich, also zimtfarben. Kehltupfen sind außen braun, innen gelb bzw. weiß - seine Wangenflecken sind violett/ weiß

Der kleine Tausendsassa Sam ist sehr verspielt, neugierig, experimentierfreudig. Er hätte soooo gerne eine Partnerin, doch für unsere Klara ist er zu wild. Manchmal läßt sie sich ja herab und läßt sich füttern (oder man füttert ihn). Dann ist er jedes Mal ganz aus dem Häuschen und weiß mit seiner Freude nicht wohin.

 

Sam traute sich immer schon sehr viel zu und hielt auch sehr viel von sich; schaut mal:

16. Januar 2013 - Auf einen passenden Partner hat Sam lange warten müssen. Nicht, dass er alleine gehalten wurde, nein, dass ist bei Schwarmtieren wie es Wellensittiche sind, Tierquälerei, er hat in meiner Truppe einfach nicht sein Pendant entdecken können. Kontaktfreudig und offen wie er ist, ging er auf alleinstehende Wellidamen zu, jedoch blitzte er immer wieder ab.

 

4 Jahre nach seinem Einzug hier in meine Truppe nahm ich Ende 2011 den jungen Angelo, einen wunderschönen männlichen Rainbow, auf. Anfangs konnte Sam mit ihm nichts anfangen, denn nun war es Angelo, welcher tatendurstig und übermütig war auf Grund seines Alters. Als ich meine Tiere dann im März in die neugebaute Außenvoliere setzte, schuf ich damit gleichzeitig eine neue Voraussetzung für die Wellensittiche, sich ganz neu zu präsentieren. Angelo war dort anfangs sehr ängstlich und das weckte wohl Sams Beschützerinstinkt. Die beiden sind seitdem wirklich unzertrennlich und wirken glücklich miteinander.

09. März 2013 - Den süßen Sam haben nun auch die Frühlingsgefühle erwischt. Er war ein ganzes Jahr lang glücklich und schien  unzertrennlich verbunden mit seinem Freund Angelo. Dieser verliebte sich in die wunderschöne Queeny und seit dem Zeitpunkt versteht Sam die Welt nicht mehr. Hinzu kommt, dass seit dem 05.02.13 ein neuer Hahn, namens Picasso, hier Einzug gehalten hat, welcher sofort mit Lavender anbändelte und nun jeden Tag mit dieser puschelt, sie füttert, sie verteidigt und einfach glücklich ist. Sam schaut immer nur zu und möchte selbst so gerne eine Partnerin haben und keine will ihn - die unverbandelte Klara nicht und auch nicht Galadriel, welche auch noch alleine ist.

 

So probierte er es nun seit ein paar Tagen bei der eigentlich immer willigen (nur mit ihm nicht) Lavender, doch die hat sich fest für Picasso entschieden und versuchte heute immer wieder Sam zu entfliehen. Dieser ließ jedoch nicht locker und hetzte sie ohne Ende durch die Voliere. Da Lavender mein Pummelchen ist, welches immer mal weniger, dann wieder mehr auf die Waage bringt, kam sie nach kürzerer Zeit außer Atem, flatterte irgendwann zu Boden und blieb dort erschrocken sitzen. Er griff sie fast an und hetzte sie weiter durchs Revier, quetschte sich auch zwischen sie und Picasso und versuchte sich auf sie zu setzen. Nicht um mit ihr zu puscheln, nein, ich hatte den Eindruck, dass er fast "sauer" auf sie war, da sie sich für den Neuen entschieden hatte und nicht für ihn.

 

Was nun? Ich musste die Situation entschärfen, da Sam wild entschlossen schien, Lavender zu verletzen. Picasso versuchte zwar sein Weibchen zu verteidigen, aber gegen Sam, welcher sich regelrecht groß machte, kam er kaum an. Die restliche Welligmeinde staunte und staunte. Ich musste ganz schnell etwas unternehmen. Da Limo im Augenblick in dem Schutzraum im Krankenkäfig sitzt, ist dieser Platz zur Isolation belegt. Ich fing Sam heraus, setzte ihn in meinen zweiten Krankenkäfig und nun wartet er bei uns im Haus und versteht die Welt nicht mehr. Hoffentlich ist meine Strategie richtig und er kommt durch die veränderte Situation auf gänzlich andere Gedanken. Vor der Fangaktion habe ich den Außenbereich der Voliere umdekoriert, mit vielen neuen Obstbaumästen versehen, die Beschäftigungsmöglichkeiten bringen sollen und Ablenkung. Sam soll sich nun 2 Tage lang beruhigen. Auch für die anderen dort draußen, speziell für Lavender, herrscht nun Ruhe und das ist gut so.

 

Noch etwas Positives hat dieses Herausfangen von Sam: ich konnte dadurch seinen Kot begutachten und der sieht wirklich bilderbuchmäßig aus - er besteht aus einem kleinen, dunklen, festen Bereich und als Krönchen der weiße Urinanteil oben auf. In der Voliere verteilt sich ja alles und man kann bei 11 Vögeln nicht mehr wirklich erkennen, wem was gehört. Sam ist ein sehr gesundes, 4 1/2jähriges Männchen, welches gefrustet ist, weil es keine abbekommt" und aus diesem Grund ist es so aktiv unterwegs.

 

Der kommende Frühling hat die Hormone meiner Wellensittiche in ungeahnte Höhen getrieben und mich dazu gebracht, einiges neu zu überdenken. Das Futter wurde von mir schon rationiert, ich biete keine ölhaltigen Saaten an, sondern strecke zusätzlich noch mit Knaulgras. Es gibt kein Grünfutter, die beliebte halbreife Hirse oder Keimfutter, welche aufgrund des hohen Proteingehalts ebenfalls die Hormone anregen kann, sind seit einer Weile leider auch vom Speisezettel gestrichen.

10. März 2013 - Ich habe Sam nun gegen Abend doch heute schon wieder zu seinen Freunden gelassen. Er saß nämlich wie apathisch auf dem Boden des Krankenkäfigs und ich befürchtete schon das Schlimmste. Der ganze Körper war in Spannung. Schwänzchen war steil nach oben gerichtet und die Füßchen eingezogen, sodaß er auf seinem Bauch lag. Dieser gestern noch so aktive kleine Kerl schien völlig daneben so alleine in dem Käfig. Meine Wellensittiche kennen ja nur ganztägig Freiflug und nun das.... Der Kot, an dem man ja doch häufig Krankheiten erkennen kann, sah weiterhin super aus und er spuckte auch nichts aus (wie Sunny damals, als ich ihn separierte).

 

Ich schnappte mir Sams Käfig und ging mit ihm in den Garten. Je näher ich der Voliere kam, umso lebhafter wurde der immer sehr agile kleine Kerl. Sobald ich dann das Käfigtürchen öffnete, flog er von dannen und setzte sich sogleich neben seinen besonderen Freund - Angelo. Glücklicherweise ging dieser auch auf ihn ein und schnäbelte mit ihm. Lavender war im Schutzhaus und wurde nicht von ihm aufgesucht. Sam war nur froh, dass er wieder bei seinen Freunden und Freundinnen sein durfte.

 

Hoffentlich hat das Jagen nun ein Ende. Ich weiß, es ist optimistisch gedacht, aber vielleicht klappt es ja.

Kommentare zu obigem Thema:

10. März 2013, 10.30 - Dani: Ich drücke dir die Daumen, dass du Sam umstimmen kannst. Meine Bande wird auch vom Frühling ganz wuschig gemacht. Zum Glück ist es bei mir noch nicht zu härteren Zwischenfällen gekommen.

10. März 2013, 10.38 - Wolf: Hi Dani, ja, hier ist es so, als würde es draußen nicht schneien. Das hätte ich nie gedacht, dass die Wellensittiche so "frühlingshaft" unterwegs sind, trotz kalter Temperaturen, reduziertem Futterangebot ohne ölhaltige Saaten und gestreckt mit Knaulgras, keinem Grünzeug - und das schon seit längerer Zeit. Für mich kommt dieses "wuschig sein" vom ganztägigen UV-Licht, der frischen Luft, dem Sehen der Wildvögel und was sie tun. Bin irgendwie ratlos, wie ich hier noch eindämmen könnte. Im Schutzhaus haben sie durch die große Tür zwar Tageslicht, aber kein Kunstlicht. Dunkle Ecken gibt es auch nicht.

10. März 2013, 16.42 - Dani: Hi Angelika, mehr kannst du nicht machen. :-( Meine Wellis fangen meistens schon in der Adventszeit an komisch zu werden und ab Januar gibt es dann kein Halten mehr. Ab Ende April/Anfang Mai werden sie dann wieder etwas ruhiger. Meine ignorieren das schlechte Wetter auch vollständig. Sie sitzen draußen, zwitschern und sind fröhlich. Einige sitzen mehr übereinander als nebeneinander. ;-) Der Schneesturm, der um die Voli fegt, stört sie gar nicht. So sind sie unsere Wellis. :-/

10. März 2013, 17.23 - Wolf: Ich danke dir ganz herzlich für dein Feedback. Auch ich habe den Eindruck, dass Wellensittiche bei Außenhaltung hormonell wesentlich aktiver sind und gerade in der kalten Zeit, so wie du es auch beschreibst, über- und miteinander aktiv sind.

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11. März 2013 - Sam ist wieder glücklich. Er plaudert im Moment lieber ausgiebigst mit einem Ast oder mit irgendjemandem, der gerade in seiner Nähe ist, als hinter Lavender herzujagen. Man merkt ihm die Erleichterung darüber an, dass er wieder bei den Anderen ist.

 

Das Gemobbtwerden hat für Lavender eine Pause und ich hoffe, die kurze Auszeit hat Sam etwas zu Denken gegeben. Höchstwahrscheinlich hält der Schrecken, den das kleine Kerlchen nun hinter sich hat, nicht allzu lange an.

 

Ich werde berichten.

28. Dezember 2015 - Lange habe ich nichts mehr von Sam berichtet. Bei ihm und mit ihm lief alles wie es laufen sollte. Er war gesund, munter, fröhlich, beobachtend und fidel. Zur Zeit ist er zwar immer noch gesund, munter, fröhlich, beobachtend und fidel, jedoch hat ihn die Mauser so böse erwischt wie noch nie. Sein Köpfchen ist fast kahl und wirkt dadurch, daß die Kopfhaut mit den Federkielen, in denen die neuen Federchen auf ihren großen Durchbruch warten, regelrecht rot. Glücklicherweise hat er nicht seine Federn an den Flügeln verloren, sodaß er weiterhin fliegen kann wie ein kleiner König.

 

Ihm und den anderen Kostbarkeiten reiche ich nun verstärkt Salatgurke und Vogelmiere, die ja bekanntlich viel Kieselsäure enthalten sollen. Sie wird zur Unterstützung der Federbildung benötigt. Mal schau`n wie lange diese heftige Mauser andauern wird. Auch der ein oder andere Wellensittichkumpel mausert, jedoch hat es ihn am Schlimmsten erwischt.

Bild ist per Klick vergrößerbar und man sieht die durchbluteten Federscheiden noch deutlicher..
Bild ist per Klick vergrößerbar und man sieht die durchbluteten Federscheiden noch deutlicher..

 

29. Dezember 2015 - Sam hat es dieses Mal wirklich schlimm erwischt, doch wachsen seine Federn schon wieder nach. Die alten, verbrauchten werden somit erneuert. Die neu nachwachsenden Federn entwickeln sich anfangs in einer noch geschlossenen Federscheide, die dann nach einiger Zeit aufbricht und eine fertige Feder zeigt sich. Diese Federscheide sieht durchsichtig, weißlich aus und ähnelt etwas einer Kugelschreibermine. Jedoch wirkt bei ihm alles wohl durchblutet. Bei diesen neu wachsenden Federkielen spricht man auch von Blutkielen, die, wenn der Vogel sich am Köpfchen stößt schneller brechen können und dann kommt es zu Blutungen, die innerhalb kurzer Zeit wieder aufhört zu bluten. Meist sieht es dramatischer aus, als es tatsächlich ist. Da diese Zeit der Mauser für den kleinen Wellensittichkörper ziemlich anstrengend ist, schont er sich instinktiv und wirkt ruhiger und in sich gekehrter. Er sammelt seine Kräfte.

 

Während einer starken Mauser kann es übrigens auch schon einmal vorkommen, dass sich diese geschlossene Federscheide nicht öffnet und recht lang wird. Der Wellensittich selber kümmert sich eventuell nicht sorgfältig um sein Federkleid und öffnet diese Scheide nicht mit Hilfe seines Schnabels, eventuell auch, weil er einfach nicht mit seinem eigenen Schnabel heranreicht. Dann hilft das Anbieten einer Badeschale oder das Einsprühen des Vogels mit einem Wassersprüher. Das Einsprühen darf natürlich nur angeboten werden, wenn der Wellensittich dieses mag und niemals unter Zwang. Er muss die Möglichkeit des Entweichens haben. Durch das Wasser weichen in der Regel die Hülsen auf und sind leichter zu bearbeiten.

 

 

04. Januar 2016 - Sam sieht schon wieder ganz gut aus. Wenn man das Bild doppelklickt, welches rechts zu sehen ist, sehen die Federscheiden nun wie gefüllt aus. Die eigentliche Feder darin ist nun gewachsen, werden sich befreien und die wunderschönen, nagelneuen Federchen werden sichtbar.

 

Leider hat Sam niemanden, der ihm diese Federscheiden mit seinem Schnäbelchen aufknibbelt und somit die "juckige" Zeit verkürzt. Lotte ist zwar erst vor kurzem hier eingezogen und ich hatte so gehofft, daß es zwischen den beiden funkt, jedoch zeichnet sich momentan noch nichts Derartiges ab.

12. Januar 2016 - Sam ist nun 6 Jahre und 4 Monate alt und hat die Mauser wieder einmal überstanden. Er glänzt wieder in alter Schönheit und ist weiterhin munter und fidel. Nun hoffe ich darauf, daß er sich um die neueste Kostbarkeit Lotte kümmert. Mal schau'n, was das neue Jahr so bereithält. Update: Lotte ist mit Gandalf zusammen, welcher sie vor den anderen Wellensittichen verteidigt und somit hat Sam keine Chancen bei ihr.

21. Mai 2016 - Sam hat es wieder erwischt! Die Mauser hat ihn fest im Griff, jedoch ist er dabei munter wie eh und je.

 

Seltsamerweise ist bei ihm in der Regel immer besonders heftig seine Denkerstirn betroffen.

 

Bilder sind per Klick vergrößerbar!


16. November 2018 - Wieder einmal ist es gegen Ende des Jahres und meine Wellensittiche mausern stark. Sam hat es auch erwischt und er wirkt klein und zerbrechlich. Ganz elendiglich sieht er aus! Hier sieht man ihn zusammen mit seinem besten Kumpel Angelo, der gerade sein Gefieder zurechtrückt und aufschüttelt.

 

Wieder einmal reiche ich vermehrt Salatgurke und Vogelmiere, die ja bekanntlich viel Kieselsäure enthalten sollen. Sie wird zur Unterstützung der Federbildung benötigt und hoffentlich zum schnellen Gesundsein beitragen.


Bildergalerie

kleines Filmchen

..... aus der Zeit, als Sam noch im Haus wohnte und nicht draußen in der Außenvoliere.