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Lilly

 

Weibchen/ Halbstandard

 

geschl. Anfang Oktober 2013/ Einzug 07. Januar 2014

gestorben: 20. April 2018

 

 

Farbschlag: doppelfaktoriger Spangle, in der Grundfarbe gelb, AGG

 


Erklärung des Farbschlags: Als Spangle bezeichnet man die umgekehrte Zeichnung jeder Feder, im Gegensatz zu den normal gezeichneten Wellensittichen, d. h. jede Feder hat einen hellen Abschluß neben einem dunklen Saum. Bei den doppelfaktorigen Spangle ist diese Information der Gene so extrem vorhanden, dass Wellensittiche aus der Grünreihe rein gelb wirken und Wellensittiche aus der Blaureihe rein weiß. Man könnte sie also mit dem Farbschlag der  Schwarzaugen verwechseln. Der männliche, erwachsene df Spangle allerdings hat im Gegensatz zum Schwarzauge eine blaue Wachshaut, während der weibliche, erwachsene df Spangle auch eine bräunlich gefärbte Wachshaut aufweist. Auch die Hornfarbe des Schnabels und der Füße unterscheiden sich. Beim df Spangle ist die Farbe des Horns wie beim normalen Wellensittich gefärbt, die Füße wirken blaugrau. Die Augenfarbe ist schwarz mit einem gut sichtbaren, weißen Irising. Allerdings gibt es auch df Spangle mit schwarzen Augen und dunklem Irisring (Dumbledore war ein df Spangle mit schwarzen Augen, seine Füße waren blaugrau gefärbt, sein Schnabelhorn normal).

 

AGG bedeutet Australisches Gelbgesicht. Der Wellensittich trägt ein wesentlich intensiveres Gelb im Gesicht, als bei einem EGG (Europäischen Gelbgesicht). Nach der ersten großen Mauser überhaucht diese Farbe den Körper komplett. Lillys Ursprungsfarbe lässt sich unter den Flügeln erkennen und dort ist sie gelb.

Lilly ist ein weiblicher Wellensittich, den ich in einer großen Tierhandlung gesehen habe, als ich Zitrönchen, welche dort gegen Schnabelräude behandelt wurde, besuchen wollte. Die Chefin des Hauses war heute anwesend und sagte mir ganz resolut, dass sie mir Zitrönchen nicht mitgeben wird, da der Wellensittich zurück zum Züchter geht. Die Geschichte zu Zitrönchen habe ich auf einer besonderen Seite zusammengefasst.

 

Mein Sohn und ich waren sehr enttäuscht und traurig und schauten uns in dem Verkaufsraum ein wenig um. Die Dame zeigte auf ein anderes Schwarzauge, jedoch war dieses ein Männchen. In der momentanen Zusammensetzung meiner Wellensittiche (6 Männchen und 4 Weibchen) konnte ich ihn auf keinen Fall mitnehmen. Wir waren schon dabei, das Geschäft zu verlassen, als mir ein anderer Verkäufer sagte, dass ganz oben in einem separaten Käfig mit ihren beiden Brüdern noch ein weibliches Schwarzauge sitzt. Und so war es auch! Da ich durch die Situation mit Zitrönchen ziemlich verunsichert war, ob das Tier Milben haben könnte, äußerte ich diese Unsicherheit auch und man bepuderte Lilly großzügig vorsorglich mit einem Milbenpulver. Ihr Schnabel und die Füße, Ständer sehen frei aus von Tierchen. Ich nahm Lilly tatsächlich mit zu uns nach Hause,  machte erneut Makroaufnahmen, um sicher zu gehen und entdeckte glücklicherweise nichts.

 

Da ihr Kot augenscheinlich in Ordnung ist, keine Milben zu finden sind und ich das Tierchen in die Gemeinschaft setzen wollte, wog ich sie (52 g) und wollte sie, wie ich es immer mit Neuankömmlingen mache, ins Schutzhaus setzen, wo ich den Frostwächter höher gestellt hatte, damit sie sich temperaturmäßig leichter eingewöhnen kann. Flink wie sie ist, entflog sie mir in den Außenbereich. Glücklicherweise ist es heute 11 ° warm und prompt erkundete sie alles sehr neugierig. Schaute aufmerksam mit ihrem schwarzen Äuglein durch die Voliere, sah sich die Spielmöglichkeiten an. Mit einem hatte sie nicht gerechnet und ich allerdings auch nicht!! Unser Nymphi, der im März 2013 seine geliebte Limo durch Tod verloren hatte, bekam bei ihrem Anblick gleich Kringelaugen, freute sich, bequatschte sie und saß schon mehrmals auf ihrem Rücken voller Glück. Doch dieses Balancespiel hat die Kleine noch nicht drauf.

 

Einzug von Lilly

Die anderen Wellis waren dieses Mal gar nicht so aufgeregt wie sonst, wenn ein Neuer oder eine Neue dazukommt, bis auf..... Aloha. Die zurückhaltende, ruhige Aloha zeigte richtig Temperament, als Lilly aus Versehen kurz neben ihrem Frédérique Platz nahm. Sie verteidigte ihre Stellung sehr beeindruckend und machte sich ganz groß, stellte ihre vielen Kopffedern auf und versuchte mit einem Beinchen kräftig Lilly zu vertreiben. Diese war verdutzt, trippelte kurz ein paar Schrittchen zur Seite und blieb sitzen. Aloha war das noch nicht weit weg genug und setzte nach. Ich hätte nicht gedacht, dass sie so temperamentvoll wütend sein kann.

08. Januar 2014 - Die erste Nacht hat sie nun draußen im Schutzhaus verbracht und sicherlich nicht gefroren. Im Innenteil sind es, dadurch dass ich den Frostwächter wieder höher gestellt habe zur angenehmeren Eingewöhnung der gelben Schönheit im Moment 16 °C und draußen um die 12 - 13°C (im Januar!!) Temperaturmäßig dürfte also nichts schief laufen. Nymphi verhält sich ihr gegenüber heute verhaltener als gestern. Wahrscheinlich hat er nun gemerkt, dass es sich bei Lilly um ein anderes Wellensittichweibchen handelt, welches noch wesentlich jünger ist, als seine Limo damals. Daraus schlußfolgere ich, dass er sich nach den 11 Monaten, die er schon ohne Limo lebt, noch tatsächlich an sie erinnern kann.

 

Die kleine hübsche Lilly ist eine neugierige Maus und erkundet heute die Aussenvoliere. Sie knabbert hier und knabbert dort, versucht hinter Jacob herzufliegen und auch Nymphi scheint für sie interessant zu sein. Jacob sieht aus wie ihre beiden Brüder mit denen sie in einem Käfig saß und so sieht sie vielleicht eine Verbindung. Den kleinen Ausflug von innen nach draußen zu finden, fällt ihr noch nicht ganz so leicht, sie braucht immer mehrere Anläufe, aber die anderen machen es ihr eifrig vor und so wird es für sie schnell zur Routine werden. Sie fliegt sehr gerne und ausgiebig, dreht ihre Kreise und fliegt und fliegt.

Nicht aus Panik wie man nun vielleicht denken könnte, sondern wie befreit. Sie kam ja auch wieder aus einem kleinen Käfig und man merkt ihre Freude an der "Freiheit". Ich habe bei ihr ein ähnliches Empfinden wie bei Frédériques Einzug.

 

Unser kleiner Casanova Picasso hat sich ja in Galadriel verguckt und flirtet heiß mit ihr. Doch er lässt bekanntlich nichts anbrennen, und wenn Mme de Pompadour on Tour ist, sitzt er schwuppdiwupp neben der Neuen und baggert. Das kleine Kerlchen wackelt dann am ganzen Körper und der Kopf steht nicht still. Sie lässt das alles noch kalt, denn allzuviel Neues stürmt auf sie ein.

Anklicken und schon wird das Bild groß!
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18. Januar 2014 - Die kleine Lilly ist ein sehr selbstbewußtes Persönchen, welches gerne ihre neue Umgebung erkundet und ganz typisch für eine Henne jeden Ast zerlegen möchte und auch sonst die holzige Inneneinrichtung auf ihre Maße und ihren Geschmack zurechtschreddert. Sie arbeitet wirklich fleißig. Die vor ein paar Tagen von mir gewundene Holzschaukel wurde von ihr schon gut bearbeitet. Sie besteht aus frischen, noch biegsamen Haselnusszweigen und es macht wohl Spaß, daran zu arbeiten.

 

Lilly setzt sich sehr gerne neben Nymphi oder auch Frédérique und beginnt zu quatschen. Die beiden Männchen finden das natürlich toll, doch Frédérique scheint sich mehr und mehr auf Aloha festzulegen. Die beiden hängen nur noch zusammen und er sitzt weniger neben Aloha, als auf ihr drauf. Die kleine Lilly ist kontaktfreudig ihresgleichen gegenüber, jedoch Menschen gegenüber relativ scheu. Ich gehe davon aus, dass sie mit uns Menschen schlechte Erfahrungen gemacht hat in ihrem bisherigen Leben, denn sie wirkt sehr vorsichtig und leicht schreckhaft, wenn ich mich ihr etwas mehr nähern möchte. Natürlich halte ich Abstand und versuche sie mit halbreifer Hirse zu bestechen. Mittlerweile lässt sie es zu, daß ich die Hirse in der Hand behalte, wenn sie futtert. Ich bewege mich dann nicht und harre eine ganze Weile bei ihr aus, indem ich leise mit ihr rede. Meine anderen Wellensittiche umlagern selbstverständlich auch meine Hände bzw. die Hirse und sie merkt dadurch, daß ich nicht gefährlich bin und sie greifen möchte.

 

Ich kann mir vorstellen, dass der Züchter, der sie dann später an das Geschäft verkaufte, sie immer wieder gegriffen hat, um festzustellen, ob sie ein Schwarzauge wird oder ein synth. Schwarzauge. Als er dann sah, dass sie doch - wenn auch sehr dunkle - Irisringe bekommt, hat er sie abgegeben. Das alles ist reine Spekulation, aber genauso kann ich es mir vorstellen. Bei mir kann sie sich nun wohl fühlen und einfach nur Welli sein.

25. Januar 2014 - Lilly verliert so ganz langsam die Scheu vor mir! Juchuh! Seit sie hier ist, war ich täglich mit halbreifer Hirse in der Außenvoliere und habe meine Wellensittiche damit verwöhnt. Anfangs kamen nur meine "Alten". Nach und nach traute sich Lilly immer näher - schließlich ist sie eine ganz neugierige oder sollte ich besser schreiben, wissbegierige Wellensittichdame. Mit langem Hals und Augen, die ihr fast aus dem Kopf fielen, versuchte sie zu Beginn die Körnchen zu sich rüber zu zaubern. Das hat leider nicht geklappt! Also musste sie ihre Strategie ändern: sie kam einfach näher und näher. Jeden Tag ein Stückchen und ich blieb eisern auf meinem Platz stehen mit ausgestreckten Armen, die mit der Zeit immer ziemlich schwer werden.

 

Heute kam dann endlich der ersehnte Durchbruch: Lilly wagte es auf meine Hand. Zunächst schwirrte sie wie ein Kolibri vor der Hand herum und traute sich nicht so recht. Allerdings war ihre Not groß, denn die restlichen 10 sind nicht scheu und saßen schon wie angetackert auf meinen Armen, um die sehr beliebte Kolbenhirse zu verspeisen. Ich sah förmlich wie sich ihr kleines Körperchen einen Ruck gab und schon saß sie mitten auf meiner ausgestreckten Hand und futterte, als würde es um ihr Leben gehen. Sie schaute nicht misstrauisch hoch und zuckte auch nicht weg, als meine Hand einschlief und ich diese bewegen musste. Sie blieb tatsächlich mit ihrem weichen, warmen Körperchen sitzen und ich war glücklich. Sie blieb sogar noch sitzen, als die anderen schon weiterflogen.

 

Leidenschaftlich gerne entspelzt sie auch die Körnchen der roten Kolbenhirse. Ich hänge sie an den Apfelbaum und dort hängt sie nicht lange.

05. März 2014 - Ich habe mir bei Lilly immer mehr ihr Vertrauen erschlichen dank halbreifer Hirse. Dieses Lockmittel ist für sie so verführerisch, dass sie ihre anfängliche Scheu hintenan stellte und auf meine Hand hüpft, sobald ich mit dieser Leckerei in der Voliere auftauche. Sicherlich halfen ihr die schon vorhandenen Kostbarkeiten bei der Entscheidung. Ihr drohte wohl augenscheinlich keine Gefahr beim Hüpfen auf meine Hände.

 

Doch dieses Vertrauen ist nun fürs Erste wieder hin! In letzter Zeit ist mir bei ihr immer wieder der Schnabel mit der Wachshaut ins Auge gesprungen und ich meine, gelbliche Ablagerungen am unteren Ende der Wachshaut zu erkennen. Diese würden auf einen Grabmilbenbefall (lat. Knemidokoptes plae) hindeuten. Diese Milbenart befällt zunächst die Wachshaut/ Schnabel und kann sich dann von dort aus auf die Augenlider oder auch Kloakengegend ausbreiten. Aus Angst, etwas zu spät zu realisieren, fotografierte ich sie häufiger, als die anderen Wellensittiche, wägte ab und überlegte hin und her. Es mag sein, dass ich mir Grabmilben bei ihr einbilde, da ja das Zitrönchen, welches zunächst aus dem gleichen Geschäft hier einziehen sollte, massiv davon befallen war wie sich kurz nach dem Kauf herausstellte und ich nun befürchte, dass Lilly diese Tierchen, die sich ja von einem Vogel auf den nächsten übertragen, haben könnte.

 

Um die ganzen Überlegungen und Ängste zu beenden, habe ich sie aus der Truppe gekeschert, in die Tragebox gesetzt und bin mit ihr zu meiner vk Tierärztin gefahren. Diese sollte meine Zweifel ausräumen oder eben bestätigen. Nur so kann etwas getan werden und die Milben könnten, falls vorhanden, keine zerstörerischen Bohrlöcher in das Schnabelhorn graben und dieses auf diese Weise porös werden lassen. Lilly war vollkommen entsetzt und tobte durch den kleinen Transportbehälter, welchen ich mit einem Handtuch zu ihrer Beruhigung abgedunkelt hatte. Eigentlich hatte die Tierärztin heute ihre Praxis geschlossen, da sie für einige Tage nach München zur Jahrestagung der DVG-Fachgruppe für Zier-, Zoo- und Wildvögel, Reptilien und Amphibien fliegt. Da sie eine sehr engagierte und interessierte Tierärztin ist, nahm sie sich trotzdem Zeit für Lilly.

 

Lillys Wachshaut ist frei von Milben und die Unebenheiten am Schnabel zeugen von ihrer agilen Art, alle Dinge gründlich zu untersuchen - aus diesem Grund sieht er etwas ramponiert aus. Ihr Kot wurde bei der Gelegenheit gleich unter dem Mikroskop auf Macrohabdus ornithogaster, besser bekannt unter "Megabakteriose" untersucht. Unter dem Mikroskop ähnelt der Erreger großen, gram­positiven Bakterien, doch heute ordnet man ihn den Pilzen zu, welche bei dieser Kotprobe glücklicherweise nicht nachgewiesen werden konnte. Lilly scheint gesund zu sein!! Die Tierärztin entfernte mit meinem Einverständnis ihren Fußring, da er etwas geöffnet war und sie damit leicht hätte irgendwo hängen bleiben können.

 

Nun werde ich morgen wohl mit Bestechungshirse auftauchen müssen und hoffe sehr, dass sie mir das Einkeschern und den Besuch beim Tierarzt nicht allzu lange übel nehmen wird.

 

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kleiner Nachtrag vom 06. März 2014 - Lilly kam heute ohne Bedenken auf meine Hand, in der ich tatsächlich die berühmte Bestechungshirse hielt. Nun bin ich wirklich erleichtert darüber, dass ich sie der Tierärztin vorgestellt habe, denn nun kann ich die kleine Lilly einfach nur noch genießen ohne an irgendwelche Krankheiten zu denken.

vergrößert das Bild kurz durch einen Klick, damit ihr nachempfinden könnt, warum ich Bedenken hatte, nachdem ich ihren Schnabel sah...
vergrößert das Bild kurz durch einen Klick, damit ihr nachempfinden könnt, warum ich Bedenken hatte, nachdem ich ihren Schnabel sah...

16. Januar 2015 -  Lillys Wachshaut war im ganzen letzten Jahr in meinem Fokus, obwohl ich mit ihr beim Tierarzt war und dieser Milben ausgeschlossen hatte. Heute hatte ich von ihr mal wieder eine Makroaufnahme mit meinem 105 mm-Objektiv geschossen und sah mir soeben das Ergebnis auf dem Computer an.... Der Schnabel wirkt auf mich brüchig und ich sehe gelbliche Ablagerungen unter der Wachshaut. Sicherlich ist sie ein sehr aktives und unternehmungslustiges Weibchen, das sehr viel schreddert und mit ihrem Schnabel aktiv untersucht und ihn dadurch auch arg ramponiert. 

 

Trotz alledem sieht das für mich nicht mehr normal aus und aus diesem Grund machte ich soeben für heute 18.00 Uhr einen Termin bei der vogelkundigen Tierärztin aus, damit sie sich das Ganze mal kurz anschaut. Falls nun doch Milben diagnostiziert werden sollten, bekommt Lilly ein Tröpfchen Antiparasitikum Ivomec oder Stronghold in geringer Dosierung in den Nacken geträufelt. Hierbei handelt es sich um ein Kontaktgift, welches in den Körper eindringt und über das Blut verteilt wird. Die Grabmilben ernähren sich von dem Blut und sterben innerhalb kurzer Zeit ab. Nach 10 Tagen wird diese Prozedur wiederholt und der Spuk sollte vorbei sein. Ich werde später von der Diagnose berichten.

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Nachtrag um 19.45 Uhr: Nun bin ich wieder zurück vom Tierarzt und Lilly sind wieder bei ihren Freunden in der Voliere und freut sich, alles überstanden zu haben. Es wurden KEINE Milben diagnostiziert! Lilly ist wohl tatsächlich ein sehr temperamentvolles und aktives Weibchen, das - wie vorher schon berichtet - alles sehr gründlich benagt und mit ihrem Schnabel untersucht. Dabei werden Spuren hinterlassen und es kommt zu Verletzungen der Hornhaut. Die gelblichen Ablagerungen unter der Wachshaut, welche mich so sehr irritierten, stammen von der Wachshaut. Wenn sie diese an Ästen oder Ähnlichem reibt, lösen sich Kleinstteilchen und bleiben dort hängen. Das ist alles! Völlig unspektakulär, wenn man es zuordnen kann.

 

Die Tierärztin fand trotzdem gut, dass ich da gewesen bin, da sie so meine Sorgfalt in der Vogelhaltung erkennt und auch lobte. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Für diesen Besuch brauchte ich nicht zu bezahlen und leistete als Dank nur einen Obulus für die Igelnothilfe. Gerne fahre ich die 3/ 4 Stunde zu dieser fachlich wirklich kompetenten Frau, die sich immer sehr viel Zeit für ihre kleinen und großen Patienten nimmt und deren Herrchen und Frauchen in aller Ruhe und Sachlichkeit berät.

 

Übrigens habe ich Lilly, als sie in der Transportbox saß, gewogen. Ihr aktuelles Gewicht beträgt 57 g.

21. August 2017 - Lilly hat heute die Möhre gerockt. Unglaublich, welches Massaker sie angerichtet hat. Es ging ihr, so glaube ich, nur darum, dieses rote Etwas zu zerstören. Ich hatte die Möhre gerade auf die Mandelbaumschaukel gelegt, als Lilly sich schon draufstürzte. Eventuell hatte sie ja auch Angst, dass die Neue, welche am Sonntag hier einzog, den größten Teil verspachtelt oder mitschreddern möchte; Lilly ist doch hier die Schredderqueen und das hat sie bewiesen:

 

20. April 2018 - Heute morgen ging ich wie immer zur Morgenfütterung in die Außenvoliere zu meinen 9 Wellensittichen, die ich wie stets fröhlich zwitschern hörte. Ich sprach eine Weile mit jenen, die sich im Außenbereich aufhielten, um dort die Morgensonne zu begrüßen und machte danach die Tür zum Schutzraum auf. Mein Blick fiel wie immer zunächst auf den Boden in der Hoffnung, dort niemanden vorzufinden.

 

Doch dieses Mal bekam ich einen Riesenschrecken, denn die liebe, unternehmungslustige, stets fröhliche Lilly lag dort auf dem Boden und schien sich nicht mehr zu bewegen. Ich hatte noch etwas Hoffnung, näherte mich ihr, nahm sie auf und fühlte leider, dass sie schon steif war. Nun tastete ich über ihr Bäuchlein, ob ich eventuell Verdickungen ertasten könnte, die man unter ihrem dichten Federkleid nicht hatte sehen können. Nichts! Kloake sauber! Augen geschlossen.... Auch keine Blessuren, die auf einen Kampf hätten schließen lassen.

 

Die anderen Wellensittiche zwitscherten wie immer weiter, als ich sie aufhob und nach draußen trug. Sogar ihr Partner Picasso quaschte schon mit einem Freund. Ich weiß allerdings nicht, ob sich die Wellis schon von ihr verabschiedet hatten in der Zeit, als sie auf dem Boden lag und von mir noch nicht entdeckt worden war. Sie nimmt ihr Geheimnis mit auf ihrem einsamen Weg...

Liebe Lilly,

ich kann es nicht fassen! Du hast für mich mit keiner einzigen für mich sichtbaren Geste zu erkennen gegeben, dass deine Zeit hier auf Erden schon zu Ende ist.

Gestern noch warst du fröhlich und unternehmungslustig wie immer. Dein Freund Picasso hat dich liebevoll umsorgt, auch unter den dich immer bewundernden sehnsuchtsvollen Augen von Nymphi. Nun fliegst du in meinen Gedanken in einer anderen Welt herum.

Mach es gut, liebe, kleine Freundin!


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Kommentare: 1
  • #1

    Andrea K. (Samstag, 21 April 2018 12:51)

    Mein aufrichtiges Beileid, liebe Angelika, das tut mir sehr, sehr leid um Deine Lilly. R.I.P. Lilly, komm gut ins Hirseland, kleiner Schatz �

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