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Für mich ist es sehr wichtig, Tiere, die wir uns ins Haus oder in den eigenen Garten holen, so gut wie es nur möglich ist, unterzubringen und zu versorgen. BEVOR wir sie uns allerdings ins Haus holen, müssen wir uns über ihre Bedürfnisse, ihr Verhalten, die Lautstärke ihrer Stimmen, den alltäglichen Dreck, den sie machen, gründlich in Büchern und im Internet, bei Leuten, die diese Tiere auch zu Hause haben, informieren. Tierhaare oder Vogelfedern, der Vogelstaub können Allergien auslösen. Sind wir dagegen immun? Wellensittiche können, wenn wir Glück haben, 10 - 15 Jahre alt werden oder sogar älter. Sind wir bereit, eine solch lange Zeit mit ihnen zu verbringen?

 

Wenn wir uns diese Fragen/ Gedanken gestellt haben und immer noch entschlossen sind, den Wellensittichen - denn es müssen immer mindestens 2 sein - bei uns ein neues Zuhause zu geben, dann müssen/ dürfen wir uns um sie kümmern. Sie sollten sich wohl fühlen, denn es sind Lebewesen, die Gefühle haben und diese auch sehr gut zum Ausdruck bringen können. Man muss sie nur deuten wollen und sich die Zeit dafür nehmen. Jedes Tier hat seinen speziellen und einzigartigen Charakter - der eine Wellensittich ist laut, der andere eher leise und abwartend oder sogar schüchtern, der nächste ist sehr neugierig und probiert gerne aus, der vierte ist ein kleiner Macho und Casanova.

 

Es ist spannend, die Tiere genauer kennen zu lernen und ihr Wesen zu erforschen.

Eine Kaufs- bzw. Verkaufsituation!

09. Juni 2017 - Ich muss hier einfach mal etwas los werden...... Wie mancher treue Leser meiner Webseite "wellisonline" sicherlich mitbekommen hat, liebe ich Vögel und ganz besonders Wellensittiche. 

 

Heute besuchte ich ein großes Geschäft für Vogel-, Zuchtbedarf, Futtermittel usw. und freute mich schon darauf, Kleinigkeiten (natürlich auch besonderes Futter) für meine Lieblinge zu erstehen, welches ich nur dort bekomme. Schon am Eingang empfingen mich die wohlbekannten Geräusche meiner Lieblingsvögel, den Wellensittichen. Bei jedem Besuch des Geschäfts steht dort eine kleine "Hubschraubervoliere" voll gepackt mit kleinen, jungen Wellensittichen, welche zum Verkauf angeboten werden. Jedes Mal graut es mir schon davor, diese zu sehen, denn sie steht so aufgebaut, daß JEDER Besucher daran vorbei  muss und die Kleinen wissen gar nicht, wie ihnen geschieht. Sie können ja nicht ausweichen oder wegfliegen. Sie müssen ausharren und auf ihr Schicksal warten.

 

Mit den Besitzern dieses Geschäftes habe ich in der Vergangenheit schon einige Gespräche geführt, daß sie diese Voliere doch bitte aus dem Durchgang - übrigens ohne Durchzug - nehmen sollen und an anderer Stelle ihre Wellensittiche anbieten mögen mit einem gewissen Sicherheitsabstand zu den häufig auch schon einmal aufdringlichen Kunden. Aus geschäftstüchtiger Sicht wollen sie dieses leider nicht.

 

Heute blieb ich mal wieder davor stehen, beobachtete die Kleinen intensiv und quatschte auch mit ihnen. Ein kleines Wellensittichweibchen - blau mit gelbem Köpfchen - hatte es mir besonders angetan. Es schaute mich die ganze Zeit aufmerksam an und schien mir zuzuhören. Da ich allerdings eine "alte" Truppe zu Hause habe, blieb ich hart! Mein Herz allerdings blutete und sprach: "Nimm sie doch einfach mit!" Ich ging weiter zu den älteren Tieren, die in einem separaten Raum angeboten werden. Dort saßen die nächsten Tiere in ihren Käfigen und warteten auf etwas, wo sie nicht wußten, was das sein wird. Auch hier sah ich ein kleines, allerdings schon etwas älteres Wellensittichfrauchen - auch blau mit gelb - welches mich aufmerksam beobachtete. Ich war natürlich auch hier verliebt! Ohje, sollte ich sie einfach mitnehmen? Meine Wellensittichhähne zu Hause würden sich freuen!

 

In dem Augenblick wurde ich jäh aus meinen Gedanken gerissen, denn eine laute, grell geschminkte Mutter mit ihren ebenfalls lauten Kindern kam in den separaten großen Raum und sie verkündeten lauthals ihr Anliegen. ... Das eine Kind rief: "Sollen wir uns einen Kakadu mitnehmen? Oder doch eher einen von diesen?" Er zeigte auf irgendeinen Vogel.... Dann kamen sie immer näher und standen plötzlich vor den Wellensittichen. Ich wich nicht von der Stelle, denn ich wäre bereit gewesen, zu verteidigen. Es war überhaupt kein Personal da, welches die Kunden betreut oder angeleitet hätte. Die Mutter sprach nun mit lauter, irgendwie genervter Stimme: "Welchen Vogel wollt ihr denn nun? Vielleicht diesen Gelben?" und zeigte auf ein gelb-grünes Wellensittichweibchen, welches ängstlich von einer Ecke zur anderen flog, als die Kundin den Finger in den Käfig steckte ... Die Kinder machten es ihr natürlich nach und bohrten ihre Finger in die Käfige, wahrscheinlich in der Hoffnung eines der Vögel zu berühren.

 

Ich stand direkt daneben und beherrschte mich. Das war wohl der Alltag in einem Verkaufsraum für Vögel, wo keine Bedienung zur Aufsicht dabei stand. Später sprach ich diesen Missstand übrigens bei der Verkaufsleiterin an und hoffe, dass das dort nicht mehr so häufig passiert. Eigentlich ist dieser Raum nämlich durch eine Glastür vom üblichen Verkaufsraum getrennt und ein Schild macht darauf aufmerksam, das dieser Raum nur mit jemandem vom Personal betreten werden darf. Ich weiß, es sind Illusionen, doch hoffen kann man ja. Alle Erklärungen meinerseits zu den potentiellen Kunden hätten an dieser Stelle sowieso nichts gebracht. Ich habe oft genug ähnliche Gespräche geführt und leider, leider nur Kopfschütteln und böse Worte geerntet. Meine Präsenz vor den Käfigen der Wellensittiche allerdings und meine eisigen Blicke, ließ das Temperament der Kinder etwas schmilzen und auch die Mutter erwähnte plötzlich laut, daß sie nochmals zu den jungen Wellensittiche in der Voliere am Eingang wollten, um sich dort für einen gelben Wellensittich zu entscheiden. Ich hoffte sehr, daß es nicht "meiner" werden würde.

 

Ich behielt die Truppe weiterhin im Auge und sah, wie tatsächlich ein gelber Wellensittich in eine kleine Box verfrachtet wurde, um nun bei den 3 Kindern und der desinteressierten Mutter zu leben. Irgendwie bekam ich mit, daß in dem Haushalt noch 3 "andere" zu Hause sind. Ich hoffte, daß es sich bei den "anderen" um Wellensittiche handelt und so musste ich nicht einschreiten, um zu erwähnen, daß die Wellensittiche Schwarmtiere sind und niemals alleine gehalten werden dürfen. Ich hoffe, ich habe nicht die falschen Schlüsse gezogen. Zum krönenden Abschluß sah ich dann den winzigen Karton mit dem jungen, gelben Wellensittich auf dem Förderband der Kasse. Das Kartönchen sah tatsächlich einfach nur wie eine Ware aus, welche emotionslos über das Rollband glitt. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, welche Achterbahn der Gefühle sich in dem kleinen Hennchen abspielte. Durch meine jahrelange Haltung von Wellensittichen weiß ich ja nun, daß alle ihren speziellen, individuellen Charakter haben und ganz besondere Tiere sind mit Ängsten und Vorlieben. Ich hoffe, daß dieses kleine Tierchen ganz im Gegensatz zu der Vorstellung, die die Familie gegeben hat, evtl doch Glück hat und tatsächlich 3 andere kleine Gesellen auf sie warten. 

 

Warum habe ich so ausführlich über mein heutiges Erlebnis geschrieben? Es sind einfach Gedanken zur Vogelhaltung und man sollte sich diese kleinen Charaktervögel nicht einfach kaufen, damit z. B. die Kinder beschäftigt werden und mit Tieren groß werden. Die Eltern müssen genauso dahinter stehen und sich mit der Haltung beschäftigen, damit sie ihre Kinder anleiten können und unterstützen, denn nur so können aus Kindern verantwortungsvolle Tierhalter, mit Gefühl für ihre gekauften Lieblinge, werden.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Dirk (Montag, 12 Juni 2017 06:29)

    Ach, liebe Angelika,
    dieses oben beschriebene Spielchen wird sich tausendfach in Deutschland abspielen. Vielleicht sind die Kinder ja viel lernfähiger, als es aus deinen Zeilen zu lesen ist. Vielleicht ist es ja diese kleine Henne, welche die Kinder in ihrem Leben für immer prägen wird. Natürlich hoffen wir, daß es so werden könnte.

    In einem Geschäft geht es um Umsatz, Gewinn usw. Die Tiere sind schlussendlich nur Ware. Selbst der Gesetzgeber trägt diesem Zustand Rechnung, was die Haltung der Tiere im Verkaufsbereich betrifft. Stichwort: Größe und Anzahl der Tiere im Verkausfbehältnis. Mehr ist es ja auch nicht.

    Das dir und mir sich bei diesen Gegebenheiten der Magen herumdreht, das
    ist nun so. Ändern können da nur Lobbyverbände der Tier & Artenschutzbeauftragten etwas. Natürlich ist auch der Gesetzgeber gefragt. Stichwort: Keulen von männlichen Küken in der Massentierproduktion. Hier ist für die kommerzielle Verwertung gegen das Tierwohl entschieden worden.

    Wie stand noch im Tierschutzgesetz :

    Tierschutzgesetz § 1

    Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das
    Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand
    darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden
    zufügen.

    :Ende Auszug

    Heißt also, das ein vernünftiger Grund im kommerziellen Handel begründet werden kann, um dann massenhaft zu keulen. Damit wird die Ethik, egal ob sie sich jetzt auf Tiere bezieht, als nichtig erklärt und das vom Gericht wie auch von der Gesetzgebung und letztlich auch von der Politik, die ja dieses Gesetz initiiert hat.

    Es ist also eine ethische Frage, ob sich jemand ein Haustier zulegt oder nicht. Ganz zu schweigen von den Problemen, die da auf einen zukommen werden. Egal ob es Kosten in Form des Unterhaltes oder medizinischer Art sind. Geschweige von der Unterbringung.

    Eigentlich sind wir ja ein Teil dieses Dilemmas. Wir sehen eben diese Tiere in Geschäften und sind hin und her gerissen. Meiner Meinung ist der schlechteste Berater die Emotionen die hochkommen, wenn wir das Elend sehen. "Nicht kaufen!", sagt der Verstand, wohl wissend, daß wir Umsatz generieren und dann schreit das Gefühl.... "Erlöse dieses Wesen!"

    Ach was soll ich sagen...

    lg.DIRK.

  • #2

    Wolf (Montag, 12 Juni 2017 06:48)

    Liebe Dirk, herzlichen Dank für deine ausführlichen Gedanken zu "meinem" Thema. Du hast leider Recht, wenn du schreibst, daß es beim Verkauf von lebenden Tieren hauptsächlich um den Kommerz geht. Dabei blutet mir das Herz und man fühlt sich so ohnmächtig. Ganz sicher spielt sich die oben beschriebene Situation sehr oft in Deutschland (und natürlich nicht nur hier) und noch ganz anders, ab. Mich stört sehr, daß sehr viele Eltern Kindern Tiere - hier ist es EIN Vogel - kaufen, damit sie den Umgang mit Tieren lernen, die Kinder dann aber häufig alleine lassen mit der Verantwortung und dem Alltäglichen. Die Kinder werden häufig dabei nicht geführt oder angeleitet und unterstützt, da es den Eltern lästig ist. Wenn das Kind dann keine Lust mehr hat, wird das Tier einfach wieder abgegeben, ohne sich damit auseinandergesetzt zu haben. Es ist tatsächlich eine Sache, ein Wegwerfartikel, den man sich für wenig Geld kaufen kann. Sicherlich gibt es auch die verantwortungsvollen Eltern, die sehr sorgfältig ihre Kinder unterstützen!

    Den Spruch von Mahatma Gandhi finde ich gut: "Die Grösse und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt."