Früher hat man Wellensittiche häufig einzeln gehalten, damit sie "zahm" werden und "sprechen" lernen. Man hat sich damals keine Gedanken darüber gemacht, ob die Tiere sich in der Einzelhaltung wohlfühlen. Heute weiß man, daß es für diese sehr geselligen, lebhaften Tiere eine traurige, einseitige Zeit war. Der Mensch fühlte sich wohl, doch das Wohlbefinden des Tieres blieb unbemerkt auf der Strecke.

 

In seiner Einsamkeit versuchte der Vogel mit dem Menschen, der ihm Futter und etwas Unterhaltung bot, zu kommunizieren und ahmte seine Sprache nach. Der Mensch war glücklich und stolz, einen sprechenden Wellensittich zu haben, doch das Tier blieb dabei einsam, obwohl es natürlich ganz anders wirkt - schließlich "kommuniziert" das Tier ja mit dem Menschen. Doch das ist ein Trugschluß! Der Wellensittich ist sehr gesellig und klug. Er merkt, dass sein Gegenüber sich nicht so ausdrücken kann wie er selbst. Um überhaupt einen Gesprächspartner zu haben, erlernt der Vogel mehr oder weniger gut die Worte der


Menschen, die darüber ganz entzückt sind. Sie kommen gar nicht auf die Idee, dass es eine Verzweiflungstat des Tieres in ihrer Obhut sein könnte - nur, um nicht alleine zu sein und die Aufmerksamkeit des anderen Lebewesens, also des Menschen, zu bekommen.

 

Leider gibt es auch heute immer noch sehr viele Haushalte, in denen ein einsamer Wellensittich sein Dasein fristet. Als häufigen Grund höre ich immer wieder, dass der Halter des Einzelvogels davon überzeugt ist, nur so einen Wellensittich "zähmen" zu können. Doch, das ist der Trugschluß vieler Umwissender und Ignoranten.


Einzelhaltung ist eine Qual für die Schwarmtiere und kann zu Verhaltensstörungen und Fehlprägungen auf den Menschen führen. Aus ruhigen, ausgeglichenen Vögeln werden Schreier, vielleicht auch Rupfer. Das heißt, sie verstümmeln sich selber, indem sie sich Federn ihres eigenes Gefieders ausreißen. Häufig nimmt man solches bei einzeln gehaltenen Graupapageien oder Kakadus wahr. Allerdings passiert das Rupfen oder Schreien genauso häufig bei den kleinen, einzeln gehaltenen Wellensittichen.

Dieses Miteinander, welches auf den Bildern unten zu sehen ist, kann nicht stattfinden, wenn diese geselligen Vögel einzeln gehalten werden. Niemand kann sie wirklich verstehen und sich so liebevoll um sie kümmern - 24 Stunden am Tag. Sie brauchen das ganz dringend, denn es sind Schwarmvögel.

 

Zur Veranschaulichung ein kleiner Spaß dazu:

Emily war kürzlich beim Friseur und zeigt ihre neue Frisur nun ihrem Liebhaber Jacob. Nach anderen Friseurbesuchen gab es schon häufiger regen "Meinungsaustausch" zwischen den beiden. Vielleicht kennt das ja der ein oder andere Leser hier. Jacob entschließt sich spontan, einfach abzulenken und beiden gefällt es sehr. Aber schaut doch selbst!