Schimmelpilze

Leider musste ich mich schon mit dem Thema "Schimmelpilze" beim Wellensittich auseinandersetzen, da Emily im letzten Jahr durch Kontakt mit Schimmelpilzen erkrankte und unsere geliebte Klara nach erfolgloser Behandlung sogar eingeschläfert werden musste. Der Tierarzt bezeichnet eine Infektion mit Schimmelpilzen als Aspergillose oder Schimmelpilzmykose. Es ist ein für mich latent im Hintergrund lauerndes Thema und aus diesem Grund möchte ich mich hier etwas näher damit beschäftigen.

 

Zur Einleitung zitiere ich nochmals meine vogelkundige Tierärztin:

 

"In einem intakt funktionierenden Körper sind immer Pilze oder Sporen vorhanden, mit denen der Körper normal arbeitet. Nützliche Darmbakterien fressen überzählige Pilze auf, wenn sie in den Darm vordringen. Sie werden mit der Nahrung aufgenommen. Durch absterbende Pilze (Candida albicans) und deren Ausscheidungen fallen Mycotoxine an und diese belasten den Atemtrakt, die Lunge, den Darm der Vögel. Dieser Pilz kann sich durch Stress, Paarungszeit, Mauser, um nur einige Beispiele zu nennen, explosionsartig ausbreiten."


Bei einem Befall zeigen die Vögel anfangs keinerlei Krankheitsanzeichen, wenn die äußerlichen Bedingungen gut sind, d. h. immer frisches Trinkwasser vorhanden ist, ausreichend Futter und kein Streß durch z. B. eine überfüllte Voliere o. Ä.  Der Prozeß ist schleichend und kann sich über Monate hinziehen. Die Pilzgifte, die im Vogelkörper arbeiten, die sogenannten Mykotoxine - Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen, die hauptsächlich durch Futteraufnahme in den Körper gelangen - sind sehr giftig. Einmal im Körper können diese Gifte fast alle Organe befallen, jedoch in der Regel hauptsächlich den Atemtrakt, die Lunge oder auch Teile des Darms. Da dieser Prozess schleichend ist, wird die Erkrankung beim ausgewachsenen Wellensittich häufig zu spät erkannt und kann somit kaum geheilt werden. Bei einem Jungvogel reagiert der Körper relativ schnell. Medikamente, mit denen Emily erfolgreich und Klara leider nicht erfolgreich behandelt wurden, heißen Amphotericin B oder Nystatin.

 

Wie kommt der Wellensittich nun an diese Pilze? Die Pilzsporen befinden sich in der Luft, an den Wänden, am Holz, am Gemüse, überall, aber in Maßen. Es handelt sich schließlich um Umgebungskeime und somit gehören sie zu unserer natürlichen Umwelt. Sie sind Fäulnisfresser, an der Zersetzung von organischem Material beteiligt und spielen damit eine wichtige Rolle im Kreislauf der Natur. Ein gesunder Wellensittichkörper kann damit umgehen und leben. Ein durch Mauser, Streß o. a. geplagter Wellensittich schon schwieriger. Laut Tierärztin erkranken unsere Wellensittiche häufig auch durch falsche Lagerung des Futters, in dem sich die Sporen ausbreiten können und von den Vögeln durch das Fressen aufgenommen werden.

 

Was können wir tun? Das Futter sollte vorbeugend in geschlossenen Plastiktonnen, Futtertonnen oder Schraubgläsern trocken aufbewahrt werden. Da man im Handel kaum schimmelpilzfreies Körnerfutter finden wird, könnte man es auch mit Konservierungsmitteln behandeln, um das Wachstum der Schimmelpilze zu stoppen; z. B. Monoprop (1 - 1,5 gr auf 1 kg Futter, 3 Tage stehen lassen, 1 Tag durchlüften), eine tägliche Entfernung des Kotes ist zu empfehlen und ab und zu eine gründliche nasse Reingung der Innen- und Außenvoliere. Hier berichtete ich davon.

 

Alle paar Monate verwende ich für die Reinigung des Schutzhauses meiner Außenvoliere ein breitwandig wirkendes Desinfektionsmittel, welches Bakterien, Viren, Sporen und Schimmelpilze abtötet. Es heißt Vanodine V 18 (auf 0,5 Liter Wasser kommen 2 - 4 Tropfen) und reinigt und desinfiziert die behandelte Fläche sehr gut. Sie wird kräftig abgeschrubbt und hinterher spüle ich nochmals mit lauwarmem Wasser nach, da es sich hierbei um ein Jodverbindung handelt, Jod bekanntlich färbt und ich zudem verhindern möchte, dass die Wellensittiche durch Ablecken Jod aufnehmen könnten. Bei der Behandlung sollten Handschuhe getragen werden, da das Jod eine rötliche Färbung hinterlässt und zudem wohl auch in geringem Maße über die Haut aufgenommen wird und Veränderungen im Körper verursachen könnte.

 

Wichtig zu wissen ist auch, dass das erkrankte Tier für seine Artgenossen oder uns Menschen als nicht ansteckend gilt, also auch nicht isoliert werden muß. Sicherlich gibt es wie immer auch hierbei Ausnahmen, aber diese berät man dann mit dem vogelkundigen Tierarzt.