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Frédérique

8 Monate alt (auf dem Foto)
8 Monate alt (auf dem Foto)

Männchen

geschl.  Dezember 2012/ Einzug: 12. August 2013

gest. 13. Oktober 2015

 

 

Farbschlag: normal dunkelgrün, opalin

 

 

Erklärung seines Farbschlags: Dieser Farbschlag wird als normal dunkelgrün bezeichnet. Mit opalin ist die V-förmig fehlende schwarze Zeichnung zwischen Schultern und Flügeln gemeint. Typisch für Opaline ist ein kleines, aufgehelltes Dreieck am äußeren Flügelbereich, den man Spiegel nennt. Opaline Wellensittiche haben häufig auch stärker ausgeprägte Kehltupfen - Frédérique allerdings hat sogar noch zusätzlich einen dezenten, der an die Schönheitsflecken aus der Zeit des Rokoko erinnert.

12. August 2013 - Frédérique wohnt seit heute bei den 9 Kostbarkeiten und ist nun die Nummer 10. Er ist aus der Pappschachtel geschlüpft, in der er auf der Rückfahrt nach Hause gefühlte 100 Kilometer in der engen, dunklen Schachtel getrippelt ist und unruhig scharrte, flog nach dem Öffnen zu Hause in den vorbereiteten Käfig und hechelte vor Aufregung mit abgestelltem Gefieder. Sein Blick erinnerte sehr an den grünen Sunny und die Angst, dass sich das damalige Drama wiederholen könnte, war sofort da.

 

Also trug ich Frédériques Käfig in das Schutzhaus - eigentlich hätte er noch zu einem Eingangscheck von einem vogelkundigen Tierarzt untersucht werden müssen - öffnete die Käfigtür und er kletterte sofort behende und hellwach die neue Umgebung betrachtend hinaus und flog auf einen Ast im Schutzhaus der Außenvoliere. Dort wurde er von der neugierigen Teamchefin Klara belagert und für äußerst interessant befunden. Sie konnte ihr Glück kaum fassen, da sie voll auf grüne Wellensittiche steht. Ihre große Liebe hieß Sunny und war ein grüner Wellensittich, der sich zu ihrem Unglück später für ein anderes Weibchen interessierte. Ich hatte den Eindruck, dass Frédérique sich sogleich wohlfühlte, da Klara alle anderen Wellensittiche verscheuchte - ihm also den "Rücken frei hielt" und ihn liebevoll umhegte. Sie beansprucht ihn ganz klar für sich und ich bin sehr gespannt, ob er dieses in Zukunft tatsächlich so akzeptieren wird. Im Augenblick ist er darüber froh, denn er fliegt ihr überall hinterher.

Frédérique war sogar schon mehrfach ohne Scheu auf meiner Hand, in die ich ganz normales Körnerfutter gefüllt hatte in der Hoffnung, dass er dort etwas futtert... und tatsächlich landete er ohne Angst auf meiner Hand und verschlang gerne sein erstes Mahl. Klara kam hinzu und schlug andere Interessierte in die Flucht, sodaß Frédérique ohne Furcht satt werden konnte.

 

Galadriel und Frédérique mümmeln gemeinsam halbreife Hirse.
Galadriel und Frédérique mümmeln gemeinsam halbreife Hirse.

Der erste Morgen! - Ich war ganz gespannt darauf wie Frédérique seine erste Nacht verbracht hat und eilte gleich nach dem Aufwachen mit frischem Wasser, dem Abfallbehälter für die Körnerhülsen und den Kot, den ich jeden Morgen mit einem größeren Sieb aus dem Bodensand der Innenvoliere siebe UND dem Fotoapparat ins Schutzhaus. Der Neue saß ganz entspannt zwischen seinen neuen Freunden und plapperte mit Klara. Er hat ganz besondere Töne drauf, da er wohl eine ganze Weile neben 2 Kakadus gesessen hatte. Es sind ganz dunkle, blecherne Töne, die er ab und zu von sich gibt.

 

Zur Eingewöhnung und zur Feier des ersten Morgens hatte ich halbreife Hirse aufgetaut und mitgebracht. Er machte zuerst einen langen Hals und hopste dann sehr schnell auf meine Hand. Meine restliche Crew wollte ihn natürlich vertreiben, doch er ließ dieses nicht zu, sondern mümmelte weiter in Ruhe vor sich hin, als würde er ihr Bemühen gar nicht bemerken. Als er dann auf meiner Hand saß, habe ich kein Foto gemacht, da ich ihn nicht verscheuchen wollte.

 

Ich bin doch sehr erstaunt darüber wie gelassen er sich zwischen den Unbekannten, mir, seinen neuen Freunden und der neuen Umgebung, benimmt und hoffe, dass er sich bei uns wohl fühlt. Herzlich Willkommen, Frédérique!

Drei Tage später! - Frédérique, genannt Freddy, kommt weiterhin gerne - wenn auch für Futter - ohne Scheu auf meine Hand. Er ist ein aufgeweckter Hahn, der neugierig seine neue Welt erkundet. Er hat vorher die Monate seines bisherigen Lebens in einem Verkaufsraum gelebt und wirkt jetzt wie befreit. Keine kleinen Kinder drängeln sich ganz nah an seinen Käfig heran, stecken evtl. noch die Finger zwischen seine Stäbe und entscheiden sich dann doch für einen jüngeren Vogel. Freddy zwitschert fröhlich vor sich hin und scheint die frische Luft, die Sonne und vor allen Dingen den Regen und die Gemeinsamkeiten mit den anderen Wellis ausgiebig zu genießen. Klara findet ihn immer noch klasse, aber für ihn ist alles einfach noch zu neu, als wenn er sich schon auf sie einlassen würde.

 

Wie lange hat er gewartet, dass er aus dem engen Verkaufskäfig kommen möge und wie oft hat er wohl gezittert, wenn der Kescher vom Verkäufer geschwungen wurde und wieder ein anderer Wellensittich herausgefangen wurde, um verkauft zu werden. Ich mag gar nicht daran denken. 

Frédérique ist nun etwas über einen Monat bei meinen Kostbarkeiten zu Hause und er fühlt sich richtig wohl. Das erkenne ich zum Beispiel daran, dass er sich nicht von einem anderen Wellensittich verscheuchen lässt, wenn er etwas für ihn Wichtiges entdeckt hat. Er erkundet dieses dann zuerst und entscheidet selber, wenn er keine Lust mehr hat. Auch quatscht er sehr gerne mit der restlichen Crew und häufig sah ich diese bei mir so beliebten "Kringelaugen", die die Begeisterung so herrlich wiederspiegelt. Dabei nickt sein Kopf auf und nieder und voller Übermut fliegt er dann um seinen Gesprächspartner herum.

 

Er ist neben Jacob auch stets der Erste auf meiner Hand - nicht immer nur für Futter. Er kommt aus Neugier auch gerne freiwillig und untersucht, was ihm so gefällt. Aufgefallen ist mir, dass er, wenn ich ihm Futter auf meiner Hand anbiete, immer zuerst mit dem Schnabel meine Hand heranzieht, dann das rechte Füßchen auf den Finger setzt, sich mit einem freien Finger das Bäuchlein streicheln lässt und dann erst mit beiden Füßen und voller Vertrauen auf meiner Hand sitzen bleibt, um das angebotene Futter zu verspeisen. Er ist ein herrlicher, lebenslustiger Vogel.

17.10.13 - Wintereinbruch bei den Kostbarkeiten: Im Augenblick schneit es bei uns schon in der Wellensittichvoliere, obwohl wir erst Oktober haben, denn meine Wellensittiche mausern stark. Frédérique sieht richtig zerrupft aus und ich bin gespannt wie er seinen ersten stürmischen Herbst und eisigen Winter draußen verbringen wird. Seltsamerweise ist mir aufgefallen, dass die kleinen, lustigen Vögel draußen hormonell zum Herbst und Winter einen regelrechten Höhenflug erleben. Sie balzen in dieser Zeit verstärkt und die Freundschaften zwischen Männchen und Weibchen werden stark intensiviert. Frédérique tut mir richtig leid in seiner Mauser. Er scheint richtig in sich zusammengefallen zu sein alles juckt und killert. Es stört ihn einfach und der temperamentvolle kleine Kerl möchte die Zeit schneller vorwärts drehen.

November 2013 - Frédérique hat sich sehr gut bei den Kostbarkeiten integriert und versteht sich mit einigen wunderbar. Unten gewinnt man einen kleinen Eindruck darüber, wie begeistert er Picasso zuquatscht und von ihm sogar ein paar Körnchen erhält.

                     2015

Frédérique und Picasso verstehen sich super! Frédérique hat hier bei den Kostbarkeiten seine große Liebe gefunden. Es ist Aloha und ich habe schon einige Bildergeschichten zu den beiden zusammengestellt, da sie einfach unglaublich aufeinanderhängen und mich immer wieder zu Geschichten inspirieren. In er Rubrik "Witziges" findet man so einige Zusammenkünfte zwischen den beiden, die sich wirklich genossen haben. Gut erkennt man es in der Geschichte: "Na Kleiner?" oder in: "Neuer Farbschlag... oder wie das heißt".

29. September 2015 - Lange habe ich nichts zu Frédérique geschrieben, da alles ganz "normal" lief. Sein Gesundheitszustand hing zwischendurch eine Weile durch, da ihm seine Leber Probleme bereitete. Seine große Liebe Aloha und er fühlten sich einfach wohl miteinander, suchten und fanden in vielen kribbeligen Situationen Trost aneinander. Die beiden saßen die ganze Zeit mehr auf-, als nebeneinander. Nun hat Frédérique seine große Liebe durch ihren plötzlichen, gestrigen Tod verloren. Er hat seine erste Nacht ohne seine Aloha im Schutzhaus verbringen müssen und ich war in Gedanken bei ihm. Glücklicherweise hat er ja noch 9 Wellensittichfreunde, die ihm jedoch in dieser speziellen Situation wenig helfen können. Keiner kuschelt mehr so schön mit ihm wie seine geliebte Aloha.


Er hat sie, obwohl er sie am Tag zuvor hat auf dem Boden im Heu liegen sehen, gesucht und vermisst sie ganz schrecklich. Als ich heute morgen meinen täglichen Morgengang zur Fütterung absolvierte, saß er einsam und mit aufgestelltem Gefieder auf einem Ast und ließ regelrecht seinen Kopf hängen. Als er mich sah, schien er mit Blicken zu fragen: "Wo hast du sie denn hingebracht? Du hast sie aus meiner Nähe geholt! Ich habe es gestern genau gesehen!" Leider kann man ihnen nichts mit Worten erklären. Ich kann nur bei ihm sein und ruhig mit ihm sprechen. Sicherlich reicht es nicht, aber etwas Anderes kann ich nicht tun. Hoffentlich kreist nicht schon der nächste Hammer und Frédériques Herzchen bricht....


Unten habe ich zur Veranschaulichung ein paar Bilder von ihm angefügt:

01. Oktober 2015 - Frédérique bleibt dabei! Er sitzt zwar ab und zu neben der Truppe, jedoch ist er dort für sich alleine. Er lässt das Köpfchen hängen, plustert und trauert. Emily, der es im Augenblick super zu gehen scheint, turtelt und flirtet ungeniert mit ihrem Jacob vor seinen Augen direkt neben ihm .... und er wendet sich, nachdem er mit traurigem Gesichtchen zugeschaut hat, wieder ab. Bleibt regungslos sitzen und starrt vor sich hin. Es ist schlimm, mitanzusehen, wie ein agiler Wellensittich so furchtbar trauert.

- klick -
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12. Oktober 2015 - Ich kam gestern aus einem einwöchigen Urlaub wieder nach Hause und mein erster Gang führte mich natürlich zu meinen Wellensittichen in den Garten. Sie waren sehr gut versorgt worden und meine Blicke gingen zu meinem momentanen Sorgenkind Frédérique. Ich hatte mich in der vergangenen Woche immer mal nach ihm erkundigt, jedoch konnten ihn meine Urlaubsvertreter nicht wirklich einschätzen. So machte ich mir selber ein Bild und entdeckte leider, leider keine Veränderung in seinem Verhalten seit letzter Woche. Er sitzt nach wie vor separat, plusterig, auf beiden Beinen und trauert.

 

Ich habe ihm Hühnerhirse, die er eigentlich liebt, vor den Schnabel gehalten, jedoch besuchten mich "nur" die anderen 9 Kostbarkeiten. Gerne würde ich ihm eine Freude bereiten, doch das liegt wohl nicht in meiner Macht.

13. Oktober 2015

Lieber Frédérique!

Dich fand ich heute, genau wie deine geliebte Aloha ein paar Tage vorher, auf dem Boden im Heu vor, als ich morgens die Schutzhütte öffnete, um dich und deine Freunde mit Futter und Wasser zu versorgen. Du lagst einfach so da, warst schon kalt.

Deine besondere Art meinen Zeigefinger mit dem Schnabel heranzuziehen, dann erst mit dem einen und danach mit dem anderen Füßchen auf meine Hand zu steigen, wird mir sehr fehlen. Du warst sehr zutraulich, genauso wie dein großer Schwarm Aloha.

Die Zeit nach dem Tod von ihr fiel dir sehr schwer. Ich habe es dir an deinem ganzen veränderten Verhalten angesehen. Du konntest es nicht fassen, dass sie tot war und wolltest wohl ohne sie nicht sein.


Nun ist es vorbei mit der großen, großen Liebe zwischen dir und deiner von dir innigst geliebten Aloha.


Kommentare zu obigem Thema:

13. Oktober 2015, 20.36 - Sabine: Hallo Angelika, es tut mir aufrichtig leid, dass Frédérique nun seiner süßen Aloha in den Hirsehimmel gefolgt ist. Ich hatte die letzten Tage mitgebangt und auf deiner Website immer mal nachgelesen, wie es Frédérique geht. Und heute dann diese traurige Nachricht. Alohas Tod hat Frédérique wohl das Herzchen gebrochen - den Lebenswillen genommen ...

Aber, ich bin mir sicher, dass der goldige Kerl nun mit seiner Aloha wieder ausgiebig kuschelt.

Ich habe selbst Wellis und ich bin ein Fan Deiner Website. Traurige Grüße Sabine

13. Oktober 2015, 20.55 - Wolf: Liebe Sabine, danke schön für deine mitfühlenden Zeilen. Leider, leider ist Frédérique tatsächlich seiner Aloha in den Tod gefolgt. Er hatte wirklich einfach keinen Lebenswillen mehr und war kraftlos. Ich sah es ihm an und konnte nicht helfen. Seine liebe Freundin war nicht mehr da und er konnte es nicht fassen. Er liegt nun direkt neben seiner geliebten Aloha.

Liebe Grüße von Angelika

Schockerlebnis

27. November 2015 - Ich hätte nicht gedacht, daß ich hier noch einmal eine Neuigkeit schreiben werde.... Jedoch ist etwas passiert, was mich richtig aufgewühlt hat.

 

Gestern hatte ich ein schlimmes Erlebnis. Morgens, wenn ich zur Außenvoliere gehe, muß ich immer an den Gräbern meiner ehemaligen Wellensittiche vorbei. Sie liegen fast unmittelbar hinter der Voliere. Eines der Gräber, es ist Frédériques Grab, also das Frischeste, war seitlich tief aufgebuddelt und beim näheren Hinschauen konnte ich seinen blassen, leicht orangefarbenen Schnabel sehen. Nach diesem Schockerlebnis untersuchte ich das  Umfeld, die aufgewühlte Erde näher und erkannte kleine, festere Stückchen mit Federn von ihm auf dem äußeren Boden um das Grab verteilt. Genau konnte ich diese keinem Körperteil zuordnen, da es sich um Fetzen handelte. Hier war sicherlich wieder diese Ratte tätig. Der Anblick der geöffneten, letzten Ruhestätte von Frédérique war schrecklich. Natürlich schüttete ich das Grab sofort wieder zu, setzte einen sehr großen, schweren Schieferstein darauf und schützte somit gleichzeitig das Grab von Aloha, seiner ehemaligen Freundin, die ungefähr zwei Wochen vorher ihren letzten Weg angetreten war.

 

Danach befestigte ich eine Nachtsichtkamera in der Nähe und bin auf später gespannt, wenn ich die Bilder auswerte.

 

Update: Unten ist der kurze Film eingefügt, auf dem tatsächlich eine Ratte zu sehen ist. Sie hatte sich in der Nacht zuvor ausführlicher mit Frédériques Grab und dessen Inhalt beschäftigt. Jetzt, durch den großen Schieferstein, ahnt sie zwar noch, daß sie vorher an dieser Stelle etwas Interessantes gefunden hatte, doch glücklicherweise ist es nun uninteressant und sie läuft weiter auf der nächtlichen Suche nach etwas Essbarem.

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