Sunny

Männchen

geschl. Juli 2007

gest. 17. März 2011 

 

Farbschlag: normal grün  

 

 


Erklärung seines Farbschlags:  Dieser Farbschlag wird als "normal" bezeichnet, da er der Zeichnung des wilden Wellensittichs in Australien nahe kommt. Er hat eine schwarze Wellenzeichnung am Kopf, Hals und Rücken. Sunnys Grundfarbe war grün.

 

 

 

 

Sunny war unser erstes Wellensittichmännchen zusammen mit dem Wellensittichweibchen Klara. Sie wirkten sehr glücklich miteinander und ich konnte mir nicht vorstellen, dass die Liebe der Beiden irgendwann einmal zu Ende sein könnte.

 

Doch dann erregte auf einmal Lavender seine Aufmerksamkeit, die eigentlich fest mit Dumbledore liiert war.  Dieser wollte das Interesse des anderen Männchens - also von Sunny - natürlich nicht dulden und verteidigte seine Herzdame vehement. Sunny war der Stärkere, flog ihn an, flog auf ihn drauf, beide verkeilten sich häufig ineinander und manchmal war es sogar so, dass unser Dumbi am Flügel etwas blutete. Sunny war meistens der Sieger - er ließ nicht locker! Dumbledore saß dann nach längeren Kämpfen und Nachfliegerei im unteren Teil der Voliere und sah mit sehnsüchtigen Blick nach oben. Seltsamerweise mischte sich Klara kaum ein. Auch Lavender wartete mehr oder weniger ab. Beide ließen die Männer ihre Kämpfe austragen. Mir tat unser Weißer dabei sehr leid und ich war immer hin- und hergerissen, ob ich mich nun einmischen sollte oder nicht. Bisher hatte ich es die Vögel unter sich regeln lassen. Doch die Frage blieb: Waren das nun normale Rangstreitigkeiten oder ging das schon darüber hinaus?

 

 

Sunny entschied sich für Lavender und die beiden wurden ein Paar. "Leider" kümmerte er sich auch noch um Klara und gönnte sie Dumbledore nicht, der nun an K. Interesse zeigte. Er hatte Lavender Sunny überlassen und bemühte sich um das nun freie Weibchen Klara. Diese ließ sich auch ab und zu auf Schäkereien mit ihm ein, doch eigentlich wäre sie sehr gerne mit Sunny zusammengeblieben. Sehnsuchtsvolle Blicke sendete Klara häufig Richtung Sunny und der bemerkte sie vor lauter Liebe zu Lavender nicht.

Wie es weiterging, könnt ihr hier nachlesen.

Er war irgendwie ein Hasenfuß, aber in seiner Art sehr majestätisch. Er liebte neben seiner Robbe, auch noch Lavender, seine "2. Frau". Seine erste Frau Klara, die ja immer noch im Schwarm lebt, durfte allerdings keine Liebschaften mit seinem Nebenbuhler Dumbledore beginnen. Da passte er sehr auf und war auch eifersüchtig. Um Lavender kümmerte er sich richtig aufopferungsvoll und half ihr, wo und wie er konnte (fütterte sie, verteidigte sie, war eifersüchtig, und half ihr).



Ich entschloß mich tatsächlich dazu, das grüne, etwas verrückte Wellensittichmännchen Sunny in sehr gute Hände abzugeben, um Frieden in der Gruppe zu haben. Wie es dazu kam, berichtete ich hier. Er sollte mit 43 Wellensittichen in einem eigenen Zimmer wohnen. Hier bei uns hatte er ja auch nicht nur Lavender, als Freundin, sondern auch noch Klara, die in letzter Zeit allerdings häufiger das Nachsehen hatte. Da Sunny in der Damenwelt ein beliebter Hahn war, glaubte ich, dass es ihm nach einer Eingewöhnungszeit sogar Freude bereiten würde, eine größere Auswahl zu haben.


Hier herrschte Trauer, weil er uns mit seinem Machogehabe und seiner doch sehr liebevollen, witzigen Art ans Herz gewachsen war. Hoffentlich kümmert sich nun nicht sofort einer der anderen Hähne um Lavender und übernimmt den Fütterpart von Sunny.

Dieser saß nach der Separierung traurig in dem Transportkäfig und man konnte ihm ja nicht erklären, was nun passieren würde. Eigentlich hatte er ja nichts falsch gemacht und wurde trotzdem bestraft. Sunny saß nun drei Tage separat in dem Krankenkäfig, damit ich ihn dann in sein neues Zuhause bringen konnte. Ich hatte ihn so zeitig aus seinem normalen Alltag herausgefangen, damit bei den verbleibenden Wellensittichen endlich Ruhe einkehren konnte.

 

Leider bewegte sich der sonst so aufgeweckte, fürsorgliche, aufdringliche Macho in dieser Zeit kaum. Es war richtig schrecklich. Er wusste nicht, was mit ihm passieren würde,  konnte sich nun, da er ja alleine saß, hängen lassen und musste sich nicht mehr anstrengen. Am zweiten Tag fing er an, sobald ich an das Gitter kam, Fütterbewegungen zu machen. Und es wurde immer häufiger.

Dann kam endlich der Freitag und während dieser Fahrt fing Sunny vor lauter Aufregung an, zu würgen. Es sah furchtbar aus. Es trat sogar Schleim aus seinem Schnabel. So etwas hat er vorher noch nie gemacht. Während der Fahrt über die Autobahn hoffte ich darauf, dass wir nicht in einen Stau geraten würden. Wir hatten Glück und erreichten unser Ziel ohne Probleme. Dort angekommen wurde er sofort aus seinem Käfig in die Freiheit entlassen, da wir davon ausgingen, dass er eigentlich gesund war, nur sehr aufgeregt und einfach wieder Gesellschaft brauchte. Es gesellte sich schnell ein wunderschönes Männchen zu ihm.

Aber Sunny hatte keinen Blick für ihn, denn er war mit sich selbst beschäftigt. Er würgte wieder Scheim hervor. Es war einfach zu viel Aufregung für ihn.

 

Er wurde wieder separiert und sofort mittels einer Kropfkanüle und Antibiotika gegen Hefen behandelt, die wohl durch die Aufregung aktiviert worden waren. Es schien zu helfen und Hoffnung machte sich breit, aber irgendwie nahm er dann wieder ab. Der nun folgende Besuch beim Tierarzt zeigte an, dass er gesund war. Warum nahm er nur ab?

 

Sunny verstarb einen Tag später. Man vermutet Herzprobleme, da der obere Teil seines Schnabels dunkler verfärbt war, woraus man wohl eine Erkrankung des Herzens erkennen kann.

 

Ich holte ihn wieder zu uns nach Hause und begrub ihn neben seinen vorangegangenen Freunden. Es war eine sehr traurige Rückfahrt. Wir hatten so gehofft, die richtige Entscheidung getroffen zu haben und lagen so verkehrt. Wahrscheinlich hätte er bei uns in seiner vertrauten Umgebung noch einige Zeit gelebt.