Um zu dem aktuellen Thema zu gelangen, klick einfach

hier

Frieda

 

 

Weibchen

geschl. ungefähr Mitte 2010/ Einzug: 26. Mai 2019

 

Farbschlag: opalin, hellgrün

 

Erklärung des Farbschlags:  Frieda ist hellgrün, ihr Gesicht ist reingelb und klar vom übrigen Körper abgegrenzt. Im unteren Teil ihres Gesichtes hat sie jeweils drei große, dunkle Kehltupfen. Ihre Wangenflecken sind dunkeblau. Ihre Körperunterseite sowie ihre Bürzelgegend ist hellgrün. Auf ihrem Kopf, Rücken und Flügeln findet man wie bei den Normalvögeln die schwarzgelbe Wellenzeichnung. Am Ende der Flügel allerdings endet die Zeichnung und geht in ein klares, helles Gelb über. Auch auf ihrem Kopf befindet sich ein gelber Fleck (Grundfarbe). Mit Opalin ist die V-förmig fehlende Zeichnung zwischen Schultern und Flügeln gemeint. Typisch für Opaline ist eine Aufhellung am äußeren Flügelbereich unten.

Tja, es ist wieder einmal passiert! Eigentlich habe ich Aufnahmestopp, da ich die Wellensittichhaltung nach und nach in den nächsten Jahren beenden will, weil mich die vielen unterschiedlichsten Krankheiten dieser wundervollen Vögel frustrieren und mir die Abschiede sehr weh tun.

 

In letzter Zeit sind 3 Wellensittiche verstorben und die 5 Hinterbliebenen langweilten sich. Es gibt hier ein Pärchen - es sind Gandalf und Lotte - und 3 männliche, 10jährige Wellensittiche. Die Frage war.... soll ich sie abgeben... sollen sie sich langweilen... oder hole ich noch weibliche, ältere Verstärkung ins Haus? Ich habe gehandelt und nun gibt es hier dieses liebe, agile, 8 1/2jährige Weibchen, welches noch einmal von vorne anfangen muß. Die Umgebung ist eine völlig Neue und auch die Welligesellschaft will erkundet werden.

 

Ich holte sie von einem Züchter, welcher einige ältere Wellensittichdamen in einem Separée einer Außenvoliere hält. Sie hatten zwar einen Abdeckung vor Regen, Schnee, Sturm, Sonne, aber keinen Schutzraum für den Winter. Hier werden sie sich hoffentlich sicher fühlen und schnell eingewöhnen. Bin sehr gespannt darauf, was passiert.

28. Mai 2019 - Gestern war ich mit Frieda beim vogelkundigen Tierarzt, um den Gesundheitscheck zu machen. Sie saß dicht an dicht mit Hope.

 

Beide scheinen sich gut zu verstehen, kraulen sich gegenseitig und helfen sich bei der Federpflege. Wahrscheinlich schweißt die "Not" sie zusammen. Sie wissen ja nicht, was mit ihnen noch so alles passiert und kannten das alles sicherlich nicht.  Es ist herzergreifend, wenn sie ihre Köpfe im wahrsten Sinne des Wortes zusammenstecken und dann wirken wie Agaporniden in ihrem Verhalten.

 

Auch bei der Tierärztin saßen sie dicht nebeneinander und gaben sich Halt. Die juckende Haut um die Augen von Frieda hat sie sich etwas wund gekratzt und die Tierärztin salbte die Augengegend mit der Augensalbe Gentamicin-POS ein, damit die Milbengänge verstopft werden. Um die Augen herum sind bei ihr kaum Federn zu sehen und es ist leicht gerötet von Reiberei an Ästen oder Ähnlichem. Der  Milbenbefall sieht nicht so schlimm aus, lt. Tierärztin, aber es war richtig, dass ich ihr schon gleich am ersten Tag einen Spot-On-Tropfen eines Milbenmittels in den Nacken gegeben habe. In 3 - 4 Wochen werde ich es wiederholen. Der Kot wurde untersucht und ist erwartungsgemäß schimmelpilzfrei, da sie aus Außenhaltung kommen. Leider hatte sie den ganzen Tag noch nichts gegessen und getrunken und dadurch natürlich nicht viel Kot zum Untersuchen ausgeschieden. Sie sprach von Hungerkot und fühlte am Brustbein, wo man ganz gut den Ernährungszustand der Wellensittiche erfühlen kann. Sie sind "gut dabei". ... war ihre Aussage. Am Freitag werde ich nochmals mit einer Sammelkotprobe zu ihr fahren und dann erfahren, ob evtl. Megabakterien vorhanden sind.

 

Danach erst werde ich sie aus dem Käfig befreien und sie darf endlich alles Neue erkunden.

 

Die beiden sind unglaublich und hängen nur und fast ausschließlich zusammen. Sicherlich suchen sie Schutz und die Nähe der Anderen tut ihnen gut. Außerdem hilft der andere Vogel beim Entspelzen der nachwachsenden Federn. Aber welches Glück sie hatten..

 

Als sie vor 2 Tagen aus dieser dunklen Voliere herausgekeschert wurden, war es ein Zufall, dass ich gerade diese beiden weiblichen Wellensittiche mitnahm. Ich wollte die Ältesten aus dieser Voliere für meine Kostbarkeiten und bekam sie wohl auch. Diese Harmonie zwischen zwei weiblichen Wellensittichen jedoch hätte ich nie erwartet.

 

Nun bin ich gespannt, ob sie sich überhaupt für meine männlichen Wellensittiche Gandalf, Sam oder Picasso interessieren... Vielleicht sind sie ja auch die Männerwelt leid bei allem, was sie so mitgemacht haben in der Vergangenheit?

01. Juni 2019 - Gestern habe ich nun eine Sammelkotprobe der beiden bei meiner vogelkundigen Tierärztin vorbeigebracht und sie wurden untersucht. Bange Minuten des Wartens begannen, denn ich hoffte sehr, dass nichts im Kot zu finden sein würde. Die beiden sollten endlich zu Hause ankommen und nicht weiterhin im Käfig hocken müssen, evtl von mir täglich medikamentös versorgt werden und dann erst irgendwann zu meinen Kostbarkeiten entlassen werden. Die erlösenden Worte kamen tatsächlich: "Ich kann nichts finden! Sie dürfen zu Ihren anderen Wellensittichen gesetzt werden!!" War das eine Freude!

 

Frieda und Hope wußten natürlich nicht, was nun geschehen würde. Sie waren verängstigt und warteten im Käfig. In der Voliere stellte ich dann den Käfig zu meinen Kostbarkeiten, die zunächst einmal gar nicht begeistert waren, als ich die Käfigtüre öffnete. Doch da mussten sie durch. Frieda war die Mutigste und Erste. Sie flog blitzschnell auf den obersten Ast, den sie finden konnte und erstarrte dort zur Salzsäule. Etwa doch nicht so mutig? Ups, so hatte ich sie doch gar nicht kennengelernt...

 

Nach und nach gewann sie an Zutrauen und festgestellt habe ich schon in der kurzen Zeit, dass sie rote Kolbenhirse liebt. Dafür tut sie wohl sehr viel. Ich habe für sie in der Außenvoliere auf einem besonderen Ast eine Hirse deponiert, welche von ihr fast augenblicklich angesteuert wurde. Sie fliegt übrigens wie eine junge Göttin und macht meinen propperen Kostbarkeiten darin so einiges vor. Gandalf schien ganz angetan zu sein und flog auch sofort an ihre Seite. Hier quatschte er in seiner selbstbewußten Art und sie hörte ihm gerne zu. Mal schau'n, was da noch so passieren wird. Es bleibt interessant.

02. Juni 2019 - Der Name Frieda hört sich so friedlich an, aber ich glaube, die kleine, ältere Madame will es doch noch einmal wissen. Schaut mal, was ich heute beobachten konnte:

07. Juni 2019 - Zum Abschluß des Tages biete ich meinen Wellensittichen nun, da zwei neue, etwas schüchternere Wellensittichdamen hier eingezogen sind, regelmäßig eine Kolbenhirse an. Frieda und Hope sollen so erfahren, dass man vor meiner Hand oder vor mir keine Angst zu haben braucht. Natürlich sind Calimero und besonders Gandalf die Stürmigsten und freuen sich sehr über die ungewohnte und im Augenblick sehr häufig gereichte Leckerei.

 

Frieda und Hope saßen mit Skepsis etwas weiter weg, doch die Augen fielen bald heraus und Frieda konnte nicht lange warten. .. Schwupsdiwups saß sie auf meiner Hand und wollte schon ein Körnchen schnabulieren, als ihr auffiel, dass sie ja tatsächlich auf der Hand sitzt. Und tschüß!!! Weg war sie.... aber nur, um sofort wieder umzukehren, auf meiner Hand zu landen und dort wirklich eine Weile sitzen zu bleiben, dank der Kolbenhirse. Ist es tatsächlich möglich, dass sie so schnell Zutrauen erlangt? Sie ist sehr neugierig und öffnet sich leichter, als Hope. Die Zukunft scheint ihr hier zu gefallen!

12. Juni 2019 - Frieda ist sehr unternehmungslustig. Gestern beschnitt ich einen Apfelbaum und hängte Zweige zu den Wellensittichen, damit sie etwas zu tun haben. Wellensittichweibchen schreddern doch so gerne. Und schaut mal, was hier los war, dabei hätte ich noch viel mehr Bilder zeigen können. Leider hält sich Hope noch sehr zurück und ich hoffe, sie sieht durch Frieda und die anderen Wellensittiche, dass ihr hier nichts passiert.

2019

Spot-On Behandlung mit Wirkstoff

„Pyrethrum“ aus der Chrysantheme

Frieda 26. Mai
  18. Juni

19. Juni 2019 - Vor etwas mehr als 3 Wochen zog die 8 1/2jährige Frieda hierher zu meinen Kostbarkeiten. Sie sollte zusammen mit der 10jährigen Hope meine alte Truppe etwas aufmischen.... und das ist ihr auch gelungen. Nach anfänglicher Ziererei, die ihr heute keiner mehr abkauft, hat sie sich schon ganz gut eingelebt.

 

Bei ihrem Einzug gab ich ihr ein Spot-On-Tröpfchen eines neuen Milbenmittels in den Nacken, damit bei meinen Kostbarkeiten nichts eingeschleppt wird. Da Milben Eier legen und aus diesen dann wieder neue Störenfriede schlüpfen, muß man nach einer Pause - in dem Fall nach 3 - 4 Wochen - noch einmal einen Spot-On-Tropfen in den Nacken geben, um die schlüpfenden Krabbeltierchen direkt zu


erwischen. Ich hatte schon einmal ausführlicher darüber berichtet und bei Interesse kann man es dort nachlesen. Das wiederholte Betröpfeln habe ich gestern getan und Frieda war sehr entsetzt, als ich mit dem verhassten Kescher kam. Sie ist eine wunderbare Flugkünstlerin und machte es mir nicht einfach.

 

Natürlich gewann ich diesen "Wettkampf" zum Leidwesen von Frieda. Dann, in meiner Hand, kämpfte sie wie eine Löwin, aber das Tröpfchen ist wichtig und aus diesem Grund konnte ich nicht nachgeben. Schnell war es gegeben und sie konnte wieder erleichtert wegfliegen. Leider scheint sie schon geahnt zu haben, dass sie diese Prozedur nicht gut verträgt, denn der feuchte Nacken störte sie und sie begann, ihn an Ästen zu reiben und zu schubbern. Ich vermute, dass dabei auch das linke Äuglein an diese Flüssigkeit geriet, denn das Umfeld sieht im Augenblick etwas rötlich, also entzündet aus. Vielleicht greift dieses Spot-On-Mittel auch etwas die Haut an und aus diesem Grund juckt sie sich. Das nächste Mal, wenn alle gespottet werden, nehme ich wieder das altbewährte Mittel.

 

Natürlich ist sie nun wieder zurückhaltender, wenn sie mich sieht... aber damit habe ich ja gerechnet.