Lavender hat Gewichtsprobleme und außerdem noch 2 Lipome im Brust-/ Bauchbereich. Damit kann sie natürlich nicht mehr richtig fliegen. Sie braucht dringend Bewegung und damit sie etwas Schwung bekommt, hatte ich eine Weile den Futternapf nach draußen auf die Fensterbank gestellt und die Voliere mit einem Stock und der Fensterbank verbunden. Nun musste sie sich herausbequemen und ihr Futter außerhalb einnehmen. Der Weg ist nicht weit, sie kann ihn, wenn sie möchte, auch laufend erreichen.

Beim ersten Wiegen kam sie auf stolze 72 g. Das war schon ordentlich. Beim Wiegen nach der "Tellerumstellung" hat sie immerhin nur noch 69 g gewogen. D. h. sie hatte 3 g abgenommen. Schon mal ein kleiner Erfolg!

 

Da sie sich mit ihrem Partnervogel Sunny sehr gut verstanden hat und er sie immer wieder fütterte, konnte sie so nicht wirklich abnehmen.

 

Ich füttere nur 5 % ölhaltige Saaten wie Negersaat, Kardisaat, Hanfsaat. Die restlichen 95 % sind Platahirse, gelbe Senegalhirse, rote Mannahirse, Silberhirse, Glanzsaat, Kanariensaat und 100 g Knaulgras auf 500 g Futter. Auf keinen Fall Hafer, denn der macht dick. Diese Futterumstellung hatte leider auch nicht viel gebracht.

 

Auf Anraten meiner vogelkundigen Tierärztin entschloß ich mich, Lavender einzeln zu setzen und ihr täglich nur noch einen Teelöffel Körnermischung plus Gemüse wie Gurke, Möhre usw zu geben, da sie sich den Bauch mit den Lipomen aufgeschubbert hat. Es blutete leicht und trocknete glücklicherweise wieder. Nach der Gewichtsabnahme, und wenn die zu dem Zeitpunkt herrschenden sommerlichen Temperaturen etwas erträglicher sein würden, sollte Lavender operiert werden. Bei dem Gewicht würde sie im Augenblick die Operation allerdings nicht überstehen.

 

Lavender nahm innerhalb einer kurzen Zeit dann tatsächlich ab, doch sobald sie wieder in der Obhut ihres Sunny lebte, erreichte sie schnell wieder ihr altes Gewicht. Ich empfand es auch als Quälerei, einen Wellensittich, der ja bekanntlich ein Schwarmvogel ist, in "Einzelhaft" zu halten.

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Leider beeinträchtigt das Gewicht nicht nur ihre Flugkünste, sondern auch ihre Gelenke und Fußballen. Sie sind immer wieder entzündet und müssen mit einer Wund- und Heilsalbe eingecremt werden.

 

 

Da L. diese wunden Füßchen hat, sollte ich zur Unterstützung die Sitzflächen mit Papier umwickeln und die Füße mit Traumeel-Salbe einschmieren, damit sie heilen können. Sie saß geduldig darauf, ich gehe davon aus, dass es ihr gut tat.

 

Meine vk Tierärztin riet mir nun dazu, Sunny und Lavender zu trennen und ihn in einen anderen Schwarm abzugeben, damit sie zur Ruhe kommen kann. Lavender kann auf gar keinen Fall operiert werden, da das Fett der Lipome sich gleichmäßig bis zur Kloake hin verteilt, schwammig und nicht abgegrenzt ist. Das Risiko bei der OP zu sterben, ist ein zu Großes. Sie müsste also wieder abspecken.

 

Unter Trennung von Lavender und Sunny geht es weiter!


Beim Umsetzen von Lavender in die Außenvoliere am 24.03.12 wog sie leider wieder 70 g. Da sie sich im Augenblick sehr viel bewegt und immer in Aktion ist, hoffe ich wieder einmal darauf, dass sie bald weniger wiegt.

12.04.12 - Durch den Einzug in die Außenvoliere hat Lavender kräftig abgespeckt. Sie fliegt und fliegt und fliegt. Ich habe ihr dieses wirklich nicht zugetraut, da sie im Zimmer nur die allernötigste Bewegung tat. Es war wohl doch zu bequem eingerichtet und es bestand nicht die Notwendigkeit für sie, mehr Kräfte als nötig einzusetzen. Ihre ehemals häufig wunden Füßchen sind auch verschwunden und ich hoffe, es bleibt so. Sie fühlt sich glücklich und gräbt und buddelt den Naturboden um. Man merkt, dass sie glücklich ist, wenn sie dabei fröhlich vor sich hinbrabbelt und man ihr Bäuchlein wackeln sieht.

01.07.12 - Lavender hat sich zwischenzeitlich so wohlgefühlt, dass sie sogar Eier gelegt hat. Diese Geschichte habe ich unter dem Stichwort Eier ausführlich behandelt. Durch eine Hormonbehandlung nahm sie wieder ordentlich zu und wiegt aktuell 62 g.

21.10.12 - Als ich heute morgen meine Wellensittiche draußen in ihrer Außenvoliere füttern wollte, bemerkte ich zunächst nichts Aufregendes. Es lief alles wie gewohnt ab. Die Temperaturen liegen im Augenblick nachts in dem Schutzhaus bei 18 °C - also noch keine Gedanken an die kommende winterliche Kälte.

 

Ich begüßte wie gewöhnlich meine Wellensittiche, welche um diese Jahreszeit gegen 8.00 Uhr noch vor sich hindösen. Es wird ja relativ später hell draußen. Danach säuberte ich wie gewohnt den Sandboden mit Hilfe eines Siebes und füllte frische Körner in ihre Futterschale. Ein letzter prüfender Blick auf die Wellensittiche, die Federn in der Außenvoliere aufgehoben, Klappe auf, damit die Vögel nach draußen schwirren können und 'raus aus der Voliere.  Alles war in Ordnung! Nach dem Mittagessen beim Espresso draußen, bekam ich einen Schrecken: Lavender hatte sich wohl an beiden Flügeln von außen verletzt. Ich weiß leider nicht wie es passiert ist und kann es nicht nachvollziehen. (Das ist der Nachteil einer Aussenvoliere.) In der Voliere fand ich kein Blut und ein anderer Welli scheint auch nicht verletzt zu sein.

 

Ich vermute, dass sie irgendwie zwischen Ästen hängen geblieben ist. L. kann weiterhin sehr gut fliegen. Natürlich fing ich sie raus und sah mir ihre Flügel genauer an - alles scheint heil zu sein. Da ich sie nun einmal in der Hand hatte, wog ich sie auch gleich: sie wiegt aktuell 45 g.

10.01.13 - Heute habe ich ihr Gewichtsverhalten der letzten Jahre aufgeschrieben, um übersichtlicher zu sehen, welche Maßnahmen ich ergriffen habe damit sie ihr Gewicht reduziert und was es gebracht hat.

 

Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass man besonders bei "Wohnungs"wellensittichen, die in einer Gruppe leben, wenig dauerhafte Chancen hat, das Gewicht bei fettleibigeren Wellensittichen zu beeinflussen. Man kann immer nur für eine gewisse Zeit Einfluß nehmen, denn die jeweiligen Partner sind einfach immer zur Stelle und durch ihre unglaubliche Fürsorge, die ihnen ja angeboren ist und die wichtig wäre, um Jungvögel groß zu ziehen, füttern sie die Partner einfach nur dick.

 

Um wirklich ausreichend beschäftigte Wellensittiche zu haben und sie artgerecht zu halten, brauchen sie sehr viel Freiflug, viele Knabbermöglichkeiten zur Beschäftigung - also viele frische Äste als Angebot - und, um den Fütterungstrieb ausleben zu können, auch die Möglichkeit, zu brüten und Küken großzuziehen. Die letztere Möglichkeit werde ich hier nicht anbieten, da ich eine übersichtliche Anzahl an Wellensittichen in meinem Bestand haben möchte. Denn man darf die hohen Tierarztkosten nicht vergessen, die anfallen, wenn ein Wellensittich erkrankt.

 

Datum Gewicht Maßnahme Gewicht nach der Maßnahme Futter
20.05.09 36 g wegen Going-Light-Syndrom Amphomoronal

45 g, danach stetig steigend

normales Wellensittichfutter, zusätzich Kolbenhirse
23.01.10 72 g Futternapf nach draußen auf die Fensterbank gestellt und die Voliere mit einem Stock und der Fensterbank verbunden, damit sie zum Futtern aus dem Käfig muss.

69 g

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nur 2 Monate später wieder 72 g

Platahirse, gelbe Senegalhirse, rote Mannahirse, Silberhirse, Glanzsaat, Kanariensaat und 100 g Knaulgras auf 500 g  Futter ganztägig erreichbar, dazu Gemüse
11.07.10 70 g Separieren von den anderen Wellensittichen und für ca 3 Wochen Unterbringung bei meinen Eltern, damit sie zur Ruhe kommen kann, die anderen Wellensittiche nicht hört und nicht mehr von Sunny gefüttert werden kann 45 g

ein Teelöffel Körner pro Tag

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immer ausreichend Gemüse als Angebot

15.09.10
68 g

Gewicht ist wieder stark angestiegen durch das Füttern ihres Hahnes.

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Maßnahme: Futterteller wird morgens für alle gefüllt, nach dem "Frühstück" entfernt und erst am Abend wieder angeboten

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Durch ihr Gewicht Ballengeschwüre.

Maßnahme: mit Traumeelsalbe behandelt

- 1/ 1/2 Teelöffel Körner pro Wellensittich morgens und noch einmal am Abend. Für die restlichen Wellensittiche, die normalgewichtig sind tagsüber nochmals Futter, welches ich über meine Hände anbiete. So habe ich mehrKontrolle über Lavenders Fressverhalten.
24.03.12
70 g Umsetzen in die Außenvoliere 45 g fettarmes Futter und viel Bewegung
19.06.12 62 g durch Eierlegerei und Hormonbehandlung Gewichtszunahme 57 g viel Bewegung in Außenvoliere durch Anbieten des Futters an immer anderen Stellen  
05.11.12 45 g aktuelles Gewicht ohne besondere Maßnahme